Wirtschaft

Schattenboxen mit Roosevelt

Ob sich Ronald Reagans Rede zur Lage der Nation vor den beiden Häusern des USKongresses in die Geschichte Amerikas einkerben wird als einer jener Momente, in der eine neue Ära einen Anfang nahm, das muß sich erst noch erweisen.

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DIE ZEIT

Mit Mut und frischen Ideen

Es war ein merkwürdiges Zusammentreffen: In Washington präsentierte Präsident Reagan seinen kühnen Plan zur Wiederbelebung der amerikanischen Wirtschaft.

Landrat, bleibe hart!

Das Bild mutet an wie die Beschreibung eines mittelalterlichen Festungssturms. Etwa 200 bis 400 Bewaffnete versuchten, durch das Haupttor einzudringen: "mit Maskierungen, Helmen und Blechschildern versehen.

Lehre für die Demokraten

Achtzehn Stunden lang befanden sich die Abgeordneten und Minister Spaniens in der Gewalt eines Oberstleutnants der Guardia Civil, der am Montag mit zwei Hundertschaften das Parlament überfallen hatte.

Signale aus Moskau

Der 74jährige Breschnjew hat am Montag wohl seine letzte Parteitagsrede gehalten. Ihr Vermächtnis liegt im Realismus. Kein Sowjetführer hat bisher öffentlich eine so magere und wirklichkeitsnahe Bilanz gezogen.

Labourdissidenten: Eine Dame mit Gruppenbild

Gabe es in Großbritannien morgen eine Entscheidung im Stil amerikanischer Präsidentschaftswahlen und hießen die Bewerber Margaret Thatcher und Shirley Williams, die meisten Briten würden ihr Geld auf einen Wechsel in Downing Street setzen.

Zeitspiegel

Die Verstöße der Sowjetunion gegen die KSZE-Vereinbarungen von Helsinki über einen erweiterten Informationsaustausch nehmen zu.

Worte der Woche

"Ich habe nicht den geringsten Zweifel, daß sich unsere Wahlchancen durch besonders hartes Durchgreifen erhöhen würden. Aber wir können um dieser Wahlchancen wegen nichts tun, was wir sachlich für falsch halten.

Ein fadenscheiniger Knüller

Der stern hat in der vorigen Woche eine Karte der Atomwaffenlager, Atombomber-Flugplätze, Atomraketenstellungen und A-Befehlszentralen in der Bundesrepublik veröffentlicht – oder das, was er dafür hält.

Johannes Paul II. in Ostasien: Pomp imponiert dem Papst nicht

Seine robuste Natur und sein schlichtes Sendungsbewußtsein überstanden jede Art von Klimawechsel. Nicht nur von der tropischen Schwüle der Philippinen in den naßkalten Winter Japans – auch vom Jubel eines hoffnungsarmen, gläubigen Volkes (gegen den in mancher Nacht auch die Schlafpillen seines polnischen Doktors fast versagten) zur Gleichgültigkeit einer areligiösen Industriegesellschaft, die einen römischen Papst kaum mehr als das Oberhaupt einer kleinen respektablen Sekte beachtet.

Wolfgang Ebert: Gute, alte Zeit

Hast du mir T’nado mitgebracht?", pflegte Klein-Hänschen den Vater zu fragen, wenn der am Abend heimkam. Und gewöhnlich zog dann der Vater einen Tornado aus der Tasche, wickelte ihn aus und hielt ihn vor die leuchtenden Augen des Dreikäsehochs.

Salvador-Krise: Die Drahtzieher im Kreml?

Im Nervenkrieg um El Salvador hat Washington am vergangenen Wochenende noch eins dazugelegt: Um den Zufluß von Waffen in den zentralamerikanischen Zwergstaat nachhaltig zu unterbinden, um den Strom an der Quelle abzuschneiden, sei vielleicht eine See-Blockade Kubas nötig.

Einheit à la SED

Es ist nicht so recht klar, ob die Genossen SED-Mitglieder, die Mitte Februar zur Ost-Berliner Bezirksdelegiertenkonferenz gerufen wurden, auf die Überraschung vorbereitet waren, die ihnen, ihr Generalsekretär bereitete.

Kommunisten zur nationalen Frage: "Die Krupps und die Krauses"

"Die Arbeiter haben kein Vaterland. Man kann ihnen nicht nehmen, was sie nicht haben. Indem das Proletariat zunächst sich die politische Herrschaft erobern, sich zur nationalen Klasse erheben, sich selbst als Nation konstituieren muß, ist es selbst noch national, wenn auch keineswegs im Sinne der Bourgeoisie.

"Ich bin kein Notnagel"

Nach zwei vergeblichen Anläufen hat die Berliner FDP einen neuen Landesvorsitzenden gefunden. Erst hatte Heinz-Günther Hoppe, stellvertretender Fraktionsvorsitzender im Bundestag, dann auch der Berliner Justizsenator Gerhard Meyer abgewinkt.

Gedanken um ein Gespenst

Zuerst ahnt man etwas, man weiß nicht, woher es kommt, dann ist es plötzlich wieder mal da, das alte Bonner Gespenst: die Große Koalition.

England: Klein beigeben

Ein guter Ghostwriter hatte Margaret Thatcher beim letzten Parteitag der Konservativen die Formel eingegeben: "The Lady is not for turning", diese Dame macht nicht kehrt – Anspielung auf ein Theaterstück, von dem nur der Titel geblieben ist.

Jean Améry:: "Enttäuscht"

In Deutschland hat mich auch die Linke sehr enttäuscht, und da bin ich nun persönlich sehr betroffen, und diese Enttäuschung hängt sehr mit suizidären Stimmungen zusammen.

Henryk Broder:: Warum ich gehe

Nach etwa 15 Jahren bewußter politischöffentlicher Arbeit sehe ich keinen Sinn mehr, diese Arbeit fortzusetzen. Ich bin nicht behindert worden, ich hatte bei meiner Arbeit nicht mehr Schwierigkeiten wie andere – eher weniger –, ich habe, wo es darauf ankam, Solidarität erfahren.

Urteil gegen "pardon": Satire nur mit Etikett

Es gehe nicht um die Tucholsky-Frage "Was darf Satire?", sondern darum, ob sie als solche erkennbar sei, meinte Frau Johannsen, Vorsitzende der Zivilkammer 24 des Landgerichts Hamburg, schon in der mündlichen Verhandlung im Januar dieses Jahres zu den Vertretern der Satire-Zeitschrift pardon.

Geballter Schwachsinn: Schule ohne Fenster

Als "hervorragend und als Modell für ganz Baden-Württemberg geeignet" feierte vor gut zehn Jahren der damalige Kultusminister Professor Wilhelm Hahn den Neubau der Modellschule im Odenwaldstädtchen Osterburken.

Spionagemärchen: Von Agenten und geheimen Plänen

Die Meldung hielt zwei Tage lang Verfassungsschützer und Beamte des bayerischen Innenministeriums in Atem, beschäftigte Rechercheure in den Bundesministerien für Inneres und für Verteidigung, trieb Bayerns Innenminister zum Live-Interview ins Fernsehstudio und einen fränkischen Unternehmer an den Rand der Verzweiflung.

Norddeutscher Rundfunk: Provinz ist angesagt

Damit Funk und Fernsehen Programme bieten, die denen, die sie über sich ergehen lassen müssen, behagen oder wenigstens doch gut tun, haben die Väter unserer öffentlich-rechtlich verwalteten Medien den Rundfunkrat eingerichtet.

Altes im Neuen

Waren das noch Zeiten, als sich die Weißen von Kulis mit Sänften über Land tragen ließen! Aus den Erlebnisbriefen, die der Bremer Kaufmann Heinrich Wilhelm Wilshusen von seinem Aufenthalt im Reich der Mitte hinterlassen hat, und zwar aus der Spätphase des abendländischen Kolonialimperialismus zwischen Boxeraufstand und Erstem Weltkrieg, spricht das Hochgefühl der China-Europäer, die bei einem nicht eben anstrengenden Alltag ihre Machtüberlegenheit über das technisch rückständige Land auskosteten, sich die Annehmlichkeiten seiner alten Kultur jedoch gefallen ließen.

Die Palästinenser in Israel: Ende der Mythen?

Seit sich "sogar westliche Politiker" immer eindeutiger zum palästinensischen Selbstbestimmungsrecht bekennen, seien der deutschen Solidaritätsbewegung mit den Palästinensern "der Wind aus den Segeln genommen, die traditionellen Israel-Freunde still geworden".

Afrika: Anschauung aus dem Tschad

gen – gleichermaßen vernachlässigten Volkes, findet hier anschauliche Rückblicke und frisches Anschauungsmaterial. Was beispielsweise aus der alltäglichen Praxis der französischen Kolonialverwaltung (die Franzosen hatten 1899, von Brazzaville kommend, die Grenzen des Tschad erreicht) zitiert wird, hat für manchen Leser heute Enthüllungscharakter.

Banken an der Kette

Früher war es so: Wenn ein Kunde Geld brauchte, ging er zu seiner Bank oder Sparkasse und lieh sich welches; wenn die Bank oder Sparkasse Geld brauchte, ging sie zur Bundesbank und lieh sich welches.

Bonner Kulisse

Bis vor kurzem war es bekanntlich üblich, die zunehmende Bürokratisierung zu beklagen. Für Festreden – insbesondere vor mittelständischen Unternehmern und Freiberuflern – oder fürpolitische Schriften war dieses Thema immer gut.

Vfl Gummersbach: Ohne Behinderte

In der ZEIT vom 30. Januar 1981 haben wir in dem Artikel "Ein Volk von Behinderten" von Dieter Piel berichtet, zu einem erheblichen Teil bestehe die Handballmannschaft des VfL Gummersbach aus Schwerbehinderten mit amtlichem Ausweis.

EG-Fischereipolitik: Prinzip Hoffnung

Die Lage der Fischereiwirtschaft in der Europäischen Gemeinschaft (EG) wird immer grotesker. Steigende Kosten, vor allem für Treibstoff, auf der einen Seite, aber ungenügende Preisergebnisse bei der Versteigerung der Anlandungen auf der anderen.

Metall-Tarifrunde: Verbaler Kraftakt

In den nächsten Wochen steht uns offenbar Schreckliches ins Haus. Will man Dieter Kirchner vom Arbeitgeberverband Gesamtmetall glauben, so rüsten derzeit "bewaffnete Banden, die bei feindlichen Einfällen und Bürgerkriegen auf eigene Faust Kleinkrieg führen", zum Kampf gegen die Unternehmer.

Computer: Die Großindustrie schluckt die Pioniere: In die Arme der Konzerne

Der Ablauf ist programmiert: Zunächst entdecken mittelständische Firmen eine Lücke zwischen den großen Märkten; mit wenig Kapital, aber viel Engagement entwickeln geniale Techniker und mutige Unternehmer neue Produkte für diese Märkte; wenn dann das Feld bestellt ist, sich die Produkte verkaufen lassen, wittern auch die Großen der Branche die Chance; mit hohem Kapitalaufwand steigen sie in das Geschäft ein.

Triumph-Adler: Die Perle braucht eine neue Fassung

So eine alte Schmiede wie Triumph-Adler und ein anständiger Kerl wie Weers – das ist doch eine gute Sache." Diese "gute Sache", von der ein Mann aus der Branche so flapsig spricht, hat sich das Volkswagenwerk etwa 630 Millionen Mark kosten lassen: die Triumph-Adler AG für Büro- und Informationstechnik (TA) in Nürnberg.

Agrarpreise: Poker ums Prinzip

Das Echo war vorherzusehen – von der "Provokation", die Bauernverbands-Präsident von Heereman in den diesjährigen Brüsseler Agrarvorschlägen erblickte, bis hin zum "Protest", den die Verbraucherverbände wegen der neuerlichen Mißachtung der Interessen der Konsumenten anmeldeten.

Kopfgeld für Touristen

Unbezähmbar ist der Drang der Deutschen ins Ausland. Trotz der zweiten Ölpreiskrise wuchsen die Ausgaben der deutschen Auslandsreisenden gegenüber dem Jahr zuvor um fünfzehn Prozent auf 37,8 Milliarden Mark.

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