Dieser Gruppe von Urlaubern ist das Wetter egal: den Bridge-Spielern. Denn ob im "Basten haus" am Tegernsee oder auf der Kreuazfahrt nach Rio – auf Bridge-Reisen steht allein das Kartenspiel im Mittepunkt.

Als von "Aktiv-Urlaub" noch weit und breit keine Rede war, richtete die heute 59jährige Manthel Basten ihr Hotel für die Anhänger des englischen Kartenspiels ein. "Die Idee hatte eigentlich der verstorbene Josef Weiss", berichtet die resolute Hotelwirtin und erinnert damit an einen der besten deutschen Spieler.

Seit zehn Jahren füllt sie schon ihr Haus mit Bridge-Eleven. Natürlich nur in der kalten Jahreszeit, wenn andere Hotels am Tegernsee mangels Kurbetrieb ihren Winterschlaf halten.

Pünktlich in der Dezemberausgabe des "Bridge-Verbands-Blatts" wird inseriert: zweiwöchige Kurse mit anerkannten Bridgelehrern (das gibt es auch!), die verschiedene Systeme dieses an Regeln reichen Kartenspiels unterrichten. Wer sich nicht auf einen Kurs festlegen will, kann Arrangements für ein oder zwei Wochen buchen und der Hausherrin, die selbst auch Unterricht erteilt, in die Karten schauen.

Die Atmosphäre in dem kartenfreundlichen Hotel wird natürlich von dem faszinierenden Spiel beherrscht. In Aufenthaltsräumen Tische, mit grünem Filz belegt und numeriert, jede Menge Spielkarten, Papier und Schreibzeug. An der schwarzen Tafel im Raum merkt man, daß hier schließlich auch gelehrt und gelernt wird.

Und das Publikum: Ältere Damen bilden die Mehrzahl. Damen, die vorwiegend zu Hause mit drei anderen Damen bei Kaffee oder Tee (es ist ja ein englisches Spiel) "Rubber-Bridge" spielen. Rubber spielt man zum Vergnügen. Man kann auch um (viel) Geld spielen, aber dann muß man schon Omar Sharif heißen, der für seine hohen Spielschulden bekannt ist.

Das Gegenstück zum gemütlichen Rubber ist das Turnier, in dem man nach festen Regeln paarweise gegen andere Paare antritt. Für die Rubber-gewöhnten Damen ist ein Turnier kein Kinderspiel, andererseits sind sie dann der Pflicht enthoben, sich auf eigene Faust drei Mitspieler für den Rubber zu organisieren.