Männer-Prostitution

Martins S., eine Münchener Hausfrau, trifft sich zu amourösen Zwecken mit dem Studenten Toni P., während ihr Mann im Büro arbeitet.

Linda A., erfolgreiche Anwältin aus Arizona, lädt den arbeitslosen Stephen in exklusive Klubs ein, wenn sie in New York zu tun hat. Anschließend nimmt sie ihn mit in ihr Hotelzimmer.

Susanne K., verheiratet mit einem Arzt in Wien, hat zwei feste Termine in der Woche: ihres Psychiater und den Schauspieler Thomas.

Diese drei Frauen haben eines gemeinsam, was ihre Liebesverhältnisse von denen anderer Frauen unterscheidet: Sie überreichen ihren Liebhabern anschließend einen Scheck.

Bezahlte Jünglinge als Gefährten wohlhabender Männer sind aus dem Altertum bekannt; daß ihre Gattinnen die Finanzkraft ähnlich einsetzten, ist jedoch nicht überliefert. Bekannt sind keine Tatsachen, sondern bestenfalls Phantasien: Die Viktorianer spekulierten in ihren pornographischen Texten mitunter über die Existenz von Bordellen, in denen eine Vielfalt von Männertypen der Kundin zur Verfügung stand.

Auch die Sozialwissenschaft hat nur dürftige Informationen anzubieten. Nach der Schätzung der Seekriegen Cory und LeRoy gibt es in den USA mehr männliche als weibliche Prostituierte, doch untersucht haben die Wissenschaftler nur die homosexuelle Variante dieses Phänomens. Zahlungskräftige Männer, von denen viele sich aus beruflichen oder sozialen Gründen einen homosexuellen Kontakt nur in dieser anonymen Form hätten können, kaufen sich junge Männer.