Sogar das Herz wurde ihr aus dem Körper herausgerissen. Und irgendwer soll es gegessen haben. Die Ermordung oder vielmehr Hinschlachtung dieser Frau ist trotz der Grausamkeit jener Zeit, in der viele unschuldige Menschen gewaltsam getötet wurden, als etwas ganz besonders Entsetzliches in Erinnerung geblieben. So kam es, daß zwei Jahre nach ihrem Tod ein Mann vor einen Untersuchungsausschuß zitiert wurde, weil er angezeigt worden war, ihr Herz gegessen zu haben, nachdem er es hatte rösten lassen.

Ob er denn dort gewesen sei, wo die Frau erschlagen wurde, fragte man ihn. Ja, antwortete er, zufällig sei er da vorbeigekommen, habe einen Haufen toter Körper gesehen, die ihn zittern machten. Dann habe er eine kleine weißgekleidete Frau aus dem Gefängnis kommen sehen und beobachtet, wie die Henker, bewaffnet mit allen möglichen Waffen, sie totschlugen und einer ihr dann den Kopf abschlug.

Was er dann getan habe, wurde er gefragt. Er habe gesehen, sagte er, wie sie ihren Körper ohne Kopf wegschleiften. Er sei durch mehrere Straßen hinter dem Körper hergelaufen. Dann hätten jene, die den Leichnam schleiften, in der restlichen Kleidung, die die Tote noch angehabt habe, eine Brieftasche entdeckt. Sie hätten sie ihm gegeben, damit er sie bei einem Amt abliefere, was er auch getan habe. Dort habe man eine Aufstellung des Inhalts gemacht, ihm dann aber alles wieder zurückgegeben, die Tasche mit den Geldstücken, mit dem Auftrag, sie an einer anderen Stelle abzugeben.

Unterwegs war er mit vier anderen Männern bei einem Limonadenverkäufer eingekehrt. Ob er nicht, heißt es im Protokoll des Verhörs, von dem Limonadenverkäufer einen Ofen mit Feuer verlangt habe? – Nein.

Ob sie nicht in den Laden eines Krämers gegangen seien und den Krämer gezwungen hätten, um den Kopf der Getöteten, den sie auf einen Stock gesteckt mit sich getragen hätten, herum die Gläser zu stellen, aus denen sie Branntwein tranken? – Nein.

Ob nicht auf dem von dem Limonadenverkäufer herbeigebrachten Ofen das Herz der Getöteten geröstet worden sei und er selber es gegessen habe? – Er habe es nicht gesehen und habe es nicht gegessen.

Ob er bewaffnet gewesen sein? – Ja, er habe seinen Säbel gehabt. – Ob er nicht auf der Spitze seines Säbels die Geschlechtsteile der oben Genannten getragen habe? – Nein. Aber er gab zu: wohl ein Stück Kamm von ihrem Chignon.