Auf 240 Textseiten mit 480 Farbbildern wird in diesem Buch ein Plädoyer für den bedrohten Lebensraum wild lebender Tiere gehalten, einen Lebensraum, der täglich brutal geplündert und zerstört wird – aus Profitgier, Unkenntnis, Desinteresse. Die viel zitierte "Tierliebe" im Land zeigt sich mehr in den Kaffeefahrten zu kommerziell betriebenen Tierparks oder einer sentimentalen Daktari-Anhänglichkeit als intelligentem Engagement. Kurzsichtige Wirtschaftsinteressen, hemmungslose Ausbeutung haben eine ökologisch Krise heraufbeschworen und eine Planung für die Zukunft furchtbar belastet. Horst Stern, Wolfgang Schröder, Frederic Vester, Wolfgang Dietzen und der Herausgeber Rudolf L. Schreiber haben mit diesem Sachbuch eine hervorragende Dokumentation und eine Fülle von Informationen vorgelegt. Die Autoren geben einen Gesamtüberblick über Probleme des ökologischen Gleichgewichts, knappe, präzise Beschreibungen einzelner Wild-Tiere, schildern deren Lebensraum, zitieren Beispiele aus unserer Landschaft und setzen an den Schluß dieses Buchs die Aufforderung, sich am Schutz der Natur, der Umwelt und der Tiere aktiv zu beteiligen: ein Aufruf, der Gefahr ökologischer Selbst Vernichtung mit Vernunft, Moral und Verantwortung zu begegnen!

Hier werden keine Expeditionen in exotische Tierparadiese, keine Abenteuerseligkeit versprochen, sondern ein nüchterner Blick in ökologische Wirklichkeit getan. Dies glänzend gemachte Sachbuch ist ein doppelter Glücksfall: Nicht nur hervorragende Kenner, sondern engagierte Naturschützer in einem interdisziplinären Team haben hier zusammengefunden. Ein Buch, das ein Appell an uns alle ist, die Natur nicht im Namen des technischen Fortschritts zu einer stinkenden, vergifteten Kloake verkommen zu lassen.

Stern, Schröder, Vester, Dietzen: "Rettet die Wildtiere"; pro natur Verlag, Stuttgart; 240 S., 36,– DM. Ute Blaich