Unkrautmittel

Am 15. Tag der Schöpfung eines neuen Kückens schließt sich das Nervennetz mit der Bildung der Synapsen, der Verbindungen zwischen den Nervenzellen. Kommt ein Hühnerembryo an diesem und nur an diesem – Tag mit geringen Mengen des umstrittenen Unkrautbekämpfungsmittels 2,4,5-T in Berührung, hat es Pech gehabt: Die "chemische Sense" schlägt eine breite Mahd ins genetisch bestimmte Verhaltensprogramm, wie kürzlich zwei australische Forscher herausfanden. Unter anderem vermögen die Herbizid-Hühner nicht mehr richtig zwischen Körnern und Kieseln zu unterscheiden. Bei höheren Gaben (53 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht) stirbt die Hälfte der Embryos im Ei, kommt jedes zehnte Kücken mit körperlichen Mißbildungen zur Welt. 2,4,5-T enthält Spuren des "Seveso-Giftes" Dioxin, die möglicherweise die Schäden verursachen. Menschen sollen, einer anderen australischen Studie zufolge, noch dreimal empfindlicher gegenüber 2,4,5-T sein als Hühner. GH