Es mag sein, daß die Deutschen lieber hohe Preise für Benzin zahlen als zu Fuß zu gehen oder öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen. Doch wenn es um die Zimmertemperatur geht, dann frieren sie offenbar lieber als zu zahlen. Beim Heizölverbrauch jedenfalls haben die steigenden Preise zu einer deutlichen Abnahme des Verbrauchs geführt.

Um rund achtzehn Prozent jedenfalls ist der Heizölverbrauch im vergangenen Jahr zurückgegangen. Auch in den ersten Wochen dieses Jahres war trotz der lang anhaltenden Kälte das Heizölgeschäft "schleppend", wie die Händler klagen. Sie beschweren sich immer häufiger bei den großen Mineralölgesellschaften, daß der Slogan "Weg vom Öl" ihnen das Geschäft verderbe. Manche verlangen, daß die Konzerne etwas dagegen tun.

Dies ist nur ein neues Beispiel dafür, wie der Blick durch die Brille des Interessenten die Welt verändert. "Weg vom Öl" ist ein Gebot der wirtschaftlichen Vernunft und liegt im nationalen Interesse. Dahinter müssen die Geschäftsinteressen des Heizölhandels zurückstehen. mj