Präsident Reagans Programm zur Kürzung der Regierungsausgaben trifft auch die amerikanische Tourismusindustrie. Höhere Preise für USA-Besucher werden deshalb erwartet

Die befürchteten Preissteigerungen werden wahrscheinlich alle amerikanischen Transportsysteme betreffen. Die Regierung in Washington will ihre Zuschüsse für das nationale – Eisenbahnnetz "Amtrak" ebenso drastisch kürzen wie die Mittel für Amerikas Flughäfen; Schiffsbesitzer sollen künftig eine Steuer entrichten, um damit die Küstenwacht zu bezahlen. Für größere Schiffe kann diese Steuer bis zu tausend Dollar betragen. Reisende aus Übersee müssen eventuell eine neue "Flugschein-Steuer" zumindest bei Flugreisen innerhalb der USA zahlen. Diese Steuer soll, wie das Fachblatt Travel Management unmittelbar nach Ankündigung des Wirtschaftsprogramms meldete, neun Prozent vom Flugpreis betragen – überdies wird in den USA mit weiteren Preiserhöhung gen auf Grund steigender Treibstoffpreise gerechnet.

Ein Ausweichen vom Flugzeug auf die Bahn – wegen der großen Entfernungen für Touristen ohnehin nur bedingt zu empfehlen – ist angesichts zu erwartender Tariferhöhungen keine optimale Lösung. Nach den bisherigen Berechnungen werden sich die Preise für Kurzstreckenfahrten mutmaßlich verdoppeln, für Langstrecken wird eine fünfzigprozentige Erhöhung einkalkuliert.

Frohe Kunde bringt das Programm allerdings für Europas Flugzeugbauer, denn die Reagan-Regierung will die indirekten Unterstützungen für Amerikas Flugzeugfirmen abbauen. Die waren eingeführt worden, um dieser Industrie den Wettbewerb mit subsicherten europäischen Unternehmen zu erleichtern.

Auch das amerikanische Hotelgewerbe wird unter der neuen Politik zu leiden haben. Ein öffentlicher Fonds, aus dem städtische Entwicklungsprojekte gefördert wurden und der sehr häufig zum Bau oder zur Modernisierung von Hotels und Konferenzzentren benutzt wurde, soll stark eingeschränkt werden. Der 145 Seiten starke Plan der Regierung erwähnt in diesem Zusammenhang insbesondere die Luxushotels. Die Errichtung von Nobelherbergen mit öffentlicher Unterstützung habe ein negatives Echo gefunden.