Die Staaten rings um den Pazifik erwarten auch in Zukunft ein Milliardengeschäft mit dem Tourismus. Vor allem Besucher aus Europa sollen künftig das Geld bringen. Deshalb wollen die Pazifik-Nationen auf der Berliner Touristikmesse ITB 1982 mit großer Besetzung antreten.

Die jährliche Konferenz der Tourismusorganisationen zwischen Alaska und Japan sowie: zwischen Neuseeland und Indien, die jetzt in Kalifornien zu Ende ging, stand zwar auch im Zeichen Befürchteter Geschäftsrückgänge im laufenden Jahr, ging aber dennoch von hoffnungsvollen Hochrechnungen aus. Die "Pacific Asia Travel Association" {(PATA), der 33 Regierungen, 52 Luftlinien und über 2000 Touristikfirmen angehören, erwartet einen stattlichen Anteil an einer prognostizierten Wirtschaftsentwicklung, durch die die Pazifikregion zum ökonomisch bedeutendsten Gebiet der Welt werden soll.

Der demokratische Senator Damiel inouye aus dem amerikanischen Ferienstaat Hawau, der die PATA-Konfereng eröfferte beeindruckte die Delegierten mit großen Zahlen und mit erfreulichen. Prognosen zumindest für den US-Arbeitsmarkt: 275 Millionen Menschen waren 1979 auf der ganzen Welt als Touristen unterwegs, sie gaben dabei rund 520 Milliarden Dollar aus, was einem Zuwachs von fast 33 Prozent gegenüber dem Verjähr entspricht. Um diese enorme Summe einzuordnen, verglich sie der Senator mit den Beträgen, die in demselben Jahr nach Schätzungen weltweit für Gesundheitsfürsorge (464 Milliarden Dollar) oder Militäraufwendungen (480 Milliarden) ausgegeben würden. "Dieser Betrag ist sogar größer als das Bruttosozialprodukt eines jeden einzelnen Staates in der Welt, ausgenommen nur die USA, die Sovjetunion, Japan und die Bundesrepublik Deutschland."

Wie wichtig beispielsweise der Fremdenverkehr für die USA ist, belegte der Senator mit Zahlen: 1979 reisten insgesamt 20,1 Millionen Gäste ein, von denen statistisch jeder 343 Dollar ins Land trug. Diese Zahl, die natürlich auch die Kurzurlauber aus Kanada, Mexiko und anderen naheliegenden Staaten einschließt, erklärt auch das besondere Interesse der USA und ihrer pazifischen Nachbarn an Besuchern aus Europa: Diese bleiben länger als Amerikaner und Japaner, und sie geben auch mehr Geld aus – vor allem die Deutschen.

Nach Berechnungen des staatlichen amerikanischen Reisedienstes schaffen jede 20 000 Dollar, die von Touristen in die USA gebracht werden, dort einen neuen Arbeitsplatz. Diese Arbeitsplätze kommen nach Auffassung des Senators vornehmlich Menschen zugute, die auf dem Arbeitsmarkt die schlechtesten Aussichten, haben: Ungelernte, Frauen und rassische Minoritäten. K. V.