Während unserer ganzen Untersuchungen über die sogenannte reine oder absolute Personalvermehrung deuteten die Ergebnisse auf eine jährliche Zuwachsrate von rund 5,75 Prozent hin. Nachdem dieser Wert einmal ermittelt war, wurde es aber auch möglich, Parkinsons Gesetz auf eine mathematische Basis zu stellen: In jedem öffentlichen Verwaltungsapparat, der sich nicht gerade im Kriegszustand befindet, wird sich der Angestelltenstab voraussichtlich nach der Formel

x = (2*(k hoch m)+L)/n

entwickeln. In dieser Formel ist: k = Zahl der Angestellten, die Beförderung anstreben, indem sie neue Untergebene einstellen; L = die Differenz zwischen dem Alter der Einstellung und dem Alter der Pensionierung; m = die Anzahl der Arbeitsstunden/Mann, die der Anfertigung von Memoranden im internen Büroverkehr dienen; n = die Zahl der Verwaltungseinheiten, welche vom Personal des Büros tatsächlich erledigt werden. Dann ist x = die Zahl der neuen Angestellten, welche von Jahr zu Jahr angeheuert werden müssen. Jeder Mathematiker weiß nun, daß man, um die Zuwachsrate zu finden, nichts weiter tun muß, als x mit 100 zu multiplizieren und durch die Kopfzahl des vergangenen Jahres zu teilen. Es entsteht damit die Formel:

(100*[2*(k hoch m)+L])/yn %

wobei y = Kopfzahl der ursprünglichen Büros ist. Diese Rate wird unweigerlich zwischen 5,17 und 6,56 Prozent liegen, ohne Rücksicht auf die Variationen der Arbeitsmenge (wenn überhaupt), die erledigt werden muß.

Die Entdeckung der Formel und des allgemeinen Prinzips, auf dem sie basiert, hat natürlich keinerlei politischen Wert. Kein Versuch wurde gemacht, die Frage zu ergründen, ob Ministerien wachsen sollen oder nicht. Wer glaubt, daß dieses Wachstum wesentlich sei für die Vollbeschäftigung der Nation, ist durchaus berechtigt, diese Meinung zu vertreten. Wer an der Gesundheit einer Volkswirtschaft zweifelt, die darauf beruht, daß einer die Memoranden des anderen liest, hat ebenfalls ein Recht auf seine Meinung.

Aus: C. Northcote Parkinson, Parkinsons Gesetz, Reinbek 1966