Diejenigen, die sich gerade darüber ärgern, daß die Chinesen Milliardenaufträge bei deutschen Firmen stornieren, sollten den Prachtband "Ewiges China, Ein verschlossenes Land tut sich auf" (Meyster Verlag, 88 Mark) vielleicht nicht zur Hand nehmen – oder gerade doch: Denn Hanns Reich (Herausgeber und Photograph) und Klaus A. Dietsch (Text) haben mit diesem glänzend aufgemachten Buch den Versuch gemacht, einem fernen Millionen-Volk auf die Spur zu kommen; dessen Alltag auf den Feldern und an den Maschinen, dessen Freizeit auf Straßen und in Parks, dessen grandiosen Kunst- und Kulturdenkmälern, und immer wieder: dessen Landschaften. Landschaften, so pastellfarben zart wie mit dem Pinsel gemalt, Landschaften mit Wüsten und imposanten Schneegebirgen und Felsformationen wie von einem anderen Stern. Das eigene Bildmaterial, auf mehreren Photoreisen nach China gesammelt, hat Hanns Reich mit Aufnahmen bekannter europäischer Photographen ergänzt und ist auch in den Archiven der Volksrepublik fündig geworden. Ein teurer Band, gewiß; aber ein Augenschmaus für die Bewunderer dieses Landes und eine Fundgrube für Neugierige, die den Traum einer China-Reise noch nicht ausgeträumt haben. syz