Im Bundeshaushalt sind für Sachausgaben der Datenverarbeitung in der Bundesfinanzverwaltung im Durchschnitt der letzten fünf Jahre (1976 bis 1980) rd. 7,5 Millionen DM jährlich bewilligt worden, davon allein für das Rechenzentrum Frankfurt rd. 5,5 Millionen DM.

Im Rechenzentrum Frankfurt wird nach achtjähriger Planungszeit seit 1978 das Automatisierte Luftfrachtabwicklungsverfahren (ALFA) angewendet. Dadurch sollen die Überwachung des Warenverkehrs und die Abfertigung von Waren zum freien Verkehr beim Hauptzollamt Frankfurt-Flughafen verbessert und beschleunigt werden.

Eine Wirtschaftlichkeitsberechnung, die der Bundesminister einige Jahre nach Beginn der Planungsarbeiten anfertigen ließ, kam zu dem Ergebnis, daß die Einführung von ALFA durch den die Kosten übersteigenden berechenbaren und nicht berechenbaren Nutzen gerechtfertigt sei. Als Zielvorstellungen wurden eine Kostensenkung im Personalbereich des Hauptzollamtes um mehr als 50 v. H. sowie zahlreiche nicht berechenbare Vorteile genannt, vor allem die Beschleunigung der Abfertigung und die Freistellung der Abfertigungsbeamten von routinemäßigen Arbeiten.

Diese Ziele konnten bisher nicht erreicht werden. Im Gegenteil: Nach Einführung von ALFA hat sich die Zahl der im Abfertigungsbereich des Hauptzollamtes Beschäftigten erhöht, während sie in den Jahren vor der Automatisierung trotz steigender Arbeitsfallzahlen annähernd gleichgeblieben war.

Der höhere Personaleinsatz ist insbesondere darauf zurückzuführen, daß die Zollstelle durch die Automation der Luftfrachtabwicklung mehr Arbeiten zusätzlich verrichten muß (z. B. Erfassung der Zollantrags- und Anmeldedaten über 47 Datenendstationen), als weggefallen sind (zum Beispiel Feststellung des Zollsatzes, Berechnung der Abgaben).

Daher trat statt der erwarteten Kostensenkung eine erhebliche Kostenerhöhung ein, die vor allem durch den zusätzlichen Personaleinsatz beim Rechenzentrum und bei der überwiegend für ALFA tätigen Zentralstelle Zolldateien (insgesamt etwa 80 Arbeitskräfte) sowie durch die Sachausgaben bedingt ist (bisher veranschlagte Ausgaben rd. 33 Millionen DM).

Aus: Bemerkungen des Bundesrechnungshofes zur Bundeshaushaltsrechnung 1978