Kleingedruckt war Lech Walesas Vorspruch: Er glaube nicht an eine solche phantastische Eventualität. Dennoch machte sein Interview mit der italienischen Starjournalistin Oriana Fallaci Schlagzeilen: Wenn die Regierung Jaruzelski scheitern würde, ohne daß die Sowjets intervenieren, "dann müßte Solidarnosc regieren ..., und ich müßte als erster die Situation in die Hand nehmen".

Walesa auf den Einwand, daß die Kommunisten schwerlich die Macht teilen oder gar abgeben würden: "Große Imperien sind schon in der Geschichte der Menschheit gestürzt." Er könne sich nicht vorstellen, daß "unsere Bonzen unfähig sind, eine unblutige Lösung zu finden". Er tue zwar alles, um die "Hitzköpfe, die die gemäßigte Linie von Solidarność ändern wollen", zu dämpfen, müsse aber selbst zornig sein, "um den heiligen Zorn des Volkes zu besänftigen" und die Speise der Freiheit nach so viel Hunger vorsichtig verabreichen, sonst würden die Leute "die Straßen mit Blut überschwemmen".

Walesa äußert seine Abscheu vor der westlichen Parteien-Demokratie ("ein Bordell"), die sich auf Polen nicht übertragen lasse ("Korn wächst nicht auf Steinen"). Abfällig spricht Walesa auch über die Intellektuellen, die in fünf Stunden zu Entschlüssen kämen, die er in fünf Minuten oder Sekunden fasse – er halte sie in seiner Gewerkschaft nur deshalb, weil sie sonst unterirdisch, "wie Maulwürfe", doch hervorkämen.

Walesa beteuert, sich von niemandem manipulieren zu lassen, versichert aber auch, niemals etwas zu tun, was dem Kardinal Wyszynski mißfalle.