Überall findet man ihre Spuren, in der Landschaft und in den Museen: Die Germanen haben auf unsere geschichtliche Entwicklung mehr Einfluß ausgeübt, als manche wahrhaben wollen. Sieh mit den "Kulturen des Nordens" zu befassen ist heikel. Da ist noch dieser üble Nachgeschmack, der vom pseudowissenschaftlichen Germanenmißbrauch im Dienste des Rassenkultes herrührt. David M. Wilson, Direktor des Britischen Museums, und ein internationales Team von Historikern und Archäologen haben das Thema jetzt für den interessierten Laien umfassend aufgearbeitet: "Kulturen im Norden", Verlag C. H. Beck, 255 Seiten, 34C Abbildungen, 98 Mark. Wie die nordeuropäischen Völker zwischen den Jahren 400 und 1100 lebten und was sie vollbrachten, wird vor allem in dem umfangreichen Bildteil anschaulich dargestellt. Erstaunlich immer wieder, zu welch außergewöhnlichen kulturellen Leistungen diese abenteuerlüsternen Charaktere fähig waren. Parallel dazu wird die Geschichte der angrenzenden keltischen und slawischen Länder behandelt. Darüber hinaus erläutern die Autoren die romantische Verklärung, die die nordeuropäischen Kulturen in der Vergangenheit erfahren haben und ihre Wirkungen auf bildende Kunst und Literatur dieses Jahrhunderts. M. L.