ZDF, Sonntag, 8. März:

"Sich sein Leben nehmen",

erster Teil einer vierteiligen Serie

"Wollen Jugendliche sterben"? von

Didi Benoit und Wilfried Hoffer

Die Diskussion über die Sendereihe "Selbstmord eines Schülers" hält an, und das ist kein Wunder: Das Problem des Suizids von Jugendlichen, einst, wie erschütternde Statistiken beweisen, ein Fall von Proletarierkindern, ist im Zeichen des Numerus clausus und einer aufs Benotbare versessenen Schule zu einem gesellschaftlichen Kardinalproblem geworden, das vor allem Etablierte und Aufsteiger betrifft.

"Selbstmord eines Schülers" kam zur rechten Zeit – und so problematisch einzelnes an diesem übrigens mit beträchtlichem Kunstverstand und sicherer Beherrschung der Perspektive gedrehten Film war (die allzusehr eingeschwärzte Darstellung des Kollektivs etwa: eine Klasse, die aus lauter herzensrohen Teufeln besteht; eine Versammlung von Eltern und Schülern, die auf eine einzige, dazu noch mittelmäßige Rede hin in toto auf dem falschen Fuß Hurra schreit): es wurde, nehmt alles in allem, ein ernsthaftes und anschauliches Exempel zum Fall des Schülerselbstmords statutiert.