Im internationalen Geschäft nimmt die Bundesrepublik zwar immer noch den zweiten Rang nach den USA und vor Japan ein, ihr Ruf als Exportmusterknabe ist aber etwas angeschlagen, stellt das Kölner Institut der Deutschen Wirtschaft fest. Denn der deutsche Anteil am Welthandel in die Industrieländer ist von 13,6 Prozent 1973 auf jetzt 12,3 Prozent zurückgegangen. Zwar ist die Bundesrepublik nach wie vor der wichtigste Lieferant der Industrieländer und der größte westliche Exporteur für den Ostblock, aber das dynamische Vordringen der Japaner, die ihren Anteil seit 1960 auf 6,3 Prozent verdoppelt haben, geht zum Teil zu Lasten der deutschen Exportwirtschaft.

Mehr oder weniger bestätigt wird die Prognose des Kölner Instituts von den aktuellen Zahlen aus dem Bonner Wirtschaftsministerium: Die Nachfrage nach deutschen Industrieerzeugnissen stieg im Januar um vier Prozent im Vergleich zum Dezember 1980, die Bestellungen aus dem Ausland verzeichneten gar ein Plus von sechs Prozent, im Vergleich zum Vorjahresmonat waren die Auftragsbestände allerdings um 4,5 Prozent niedriger.

Bonn bleibt auch weiterhin beim harten Nein, wenn es um die Forderung nach staatlichen Konjunkturprogrammen geht. Bundesfinanzminister Hans Matthöfer empfiehlt vielmehr, den hohen Ölverbrauch zurückzudrängen, um das Leistungsbilanzdefizit zu vermindern und damit zu niedrigeren Zinsen zu kommen. Und Wirtschaftsminister Otto Graf Lambsdorff weiß nicht, wie er ein Konjunkturprogramm finanzieren sollte, da nach seinen Worten weder höhere Defizite noch Steuererhöhungen in Frage kommen.

Rund drei Milliarden Tonnen Rohöl wurden im vergangenen Jahr weltweit gefördert, das sind vier Prozent weniger als 1979, was von der Fachzeitschrift The Oil and Gas Journal vor allem mit einem Nachfragerückgang aus westlichen Industrieländern begründet wird. So ist die Ölförderung der nichtkommunistischen Länder um sieben Prozent zurückgegangen, die in der Opec organisierten Staaten pumpten gar 12,9 Prozent weniger Öl aus ihren Stationen. Nur die kommunistischen Länder haben ihre Ölförderung erhöht. Ho