Im Jahre 1415 gründete ein gewisser Jaume Esteva diese Apotheke, die durch 23 Generationen in Familienbesitz blieb und erst 1942 geschlossen wurde. Doch die Estevas, so weiß der Pfarrer zu berichten, tragen sich mit dem Gedanken, sie wieder zu öffnen. Und auch der Bürgermeister der Stadt steht diesem fremdenverkehrsförderlichen Vorhaben positiv und mit einigen tausend Pesetas wohlwollend gegenüber. Inzwischen fand die alte Apotheke von Lima im wichtigen „Torre de Bernat de So“, dem antiken Stadtgefängnis, eine neue Bleibe. Jaume Cosp, eine Art Museumsdiener, zeigt jedem Besucher gern die Flaschen und Töpfe, Mörser und uralte Bücher, die sich durch die Jahrhunderte angesammelt haben. Sein größter Stolz sind die wertvollen, bunten Arzneigläser im Renaissancestil. Sie stammen aus den Anfängen des 16. Jahrhunderts und zeigen Darstellungen derjenigen Heiligen, die für Genesung der Leiden „zuständig“ sind, deren Heilkräuter sich in den betreffenden Gläsern befanden. So ziert das Glas mit Medikamenten gegen Augenleiden Santa Lucia, die Fürbitterin aller Brillenträger.

In einer weiteren Vitrine ist eine Kollektion von Barockgläsern zu bewundern, aber auch die reiche Bibliothek lohnt eine Besichtigung, besonders ein voluminöses Meisterwerk der Heilkunst aus dem Jahr 1652.

Llívia ist eine alte Stadt und eine Stadt, deren Besuch lohnt, nicht nur wegen Kirche und Apotheke, sondern auch wegen seiner anderen Bauwerke. Einige davon – wie auch der Torre de Bernat de So und das Rathaus – reichen bis in das 12. Jahrhundert zurück. So wurde die sehenswerte Stadt, abseits der großen Routen nach dem Süden, vom zuständigen Minister in Madrid zum „monumento artistico“ erklärt: Eine ganze Stadt unter Denkmalschutz.

Informationen

Anreise: Der Ort Llivia ist über die Nationalstraße 20 zu erreichen. Er liegt in der Nähe des Freistaates Andorra.

Auskünfte; Spanisches Fremdenverkehrsamt, BethmannstraBe 50-54, 6000 Frankfurt, Telephon (0611) 28 57 60.