Phantom-Busen

Ein ungewöhnlicher Streit entwickelte sich zwischen deutschen und amerikanischen Forschern. Es ging um die Durchschnittsgröße einer weiblichen Brust. Um herauszufinden, welche Strahlendosis die menschlichen Organe absorbieren können, konstruieren Wissenschaftler der Gesellschaft für Strahlen- und Umweltforschung (GSF) Puppenmenschen, die durchschnittliche Körpermaße haben sollen. Amerikaner hatten vor einiger Zeit bereits einen künstlichen Mann mathematisch errechnet und entwickelt. Bei den Maßen der Frau nun kamen die Deutschen nach dem Sichten einer Fülle von Informationen und nach einer "gewissen Lebenserfahrung" zu einem Resultat, das sich allerdings von amerikanischen Recherchen unterschied. Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten, wo alles viel "größer und schöner" ist, war der weibliche Brustumfang nur halb so groß. Da half auch die durchschnittliche Lebenserfahrung der forschenden Herren nicht weiter: Sie wandten sich hilfesuchend an Europas größten Miederwarenhersteller. Die Firma schickte umgehend den meistverkauften europäischen Durchschnittsbüstenhalter. Eine Ausmessung der BH-Körbchen stimmte fast hundertprozentig mit den "Ermittlungen der Deutschen" überein. Auf deutsche Wertarbeit ist doch Verlaß!

Frühstücken und beten

Wenn die Herren der New Yorker Geschäftswelt im Nadelstreifen mit Aktenkoffer und Times morgens durch die Wallstreet eilen, führt ihr Weg nicht immer direkt an den Schreibtisch. Nicht wenige Börsianer, Banker und Anwälte treffen sich einmal in der Woche vor dem gehetzten Büroalltag zur Bibelstunde. Bei Orangensaft, Kaffee und süßen Brötchen sprechen sie über Joseph und seine Brüder und reden von Vergebung. "Businessmen’s fellowship" nennt sich die Bewegung, die bereits vor über zehn Jahren entstanden ist. Allein in New York gibt es mindestens 30 dieser religiösen Gruppen. Was sie verbindet: Die Großkopferten der Wirtschaft fühlen sich unverstanden, sie suchen Entspannung und Austausch mit Gleichgesinnten, der Mittelpunkt in ihrem Leben ist Jesus Christus: frühstücken und beten. Nach neun wird dann aus Vergebung wieder Vergeltung und der überzogene Kredit mit hohen Strafzinsen belegt.

Teures Studieren

Studieren wird in den Vereinigten Staaten immer teurer. An den acht Universitäten der sogenannten "Ivy League", zu denen auch Harvard, Princeton und Yale zählen, müssen Studenten für das akademische Jahr von September 1981 bis Juni 1982 mit Kosten in Höhe von 10 000 Dollar und mehr rechnen. Für Yale beispielsweise sieht das folgendermaßen aus: Die Studiengebühren betragen 7150 Dollar, wer auf dem Campus wohnt und die Mensa-Mahlzeiten in Anspruch nimmt, muß dafür weitere 3190 Dollar zahlen. Ausgaben für Bücher, Wäsche und ähnliches werden noch einmal mit rund 1000 Dollar veranschlagt. Bier, Zigaretten und Kino sind dabei noch nicht mitgerechnet. Einen Universitätsabschluß kann man allerdings auch billiger haben. An den staatlichen Universitäten betragen die Studiengebühren im Schnitt etwa 1000 Dollar. Ihr Ruf ist jedoch nicht der beste, und wer in den USA etwas werden will, muß schon auf einer namhaften Privatuniversität gewesen sein.