Er war der Sohn eines Gastwirts-und Bauern; seine Mutter kochte für die Gäste das Essen und richtete es auf altväterlichen Zinntellern an. In seinem Elternhaus – so erinnerte er sich später – "konnte man ganz große Bauernhochzeiten von Zinn speisen lassen. Es war alles Zinn, von den großen Suppenschüsseln bis zum letzten Teller. Dieses Zinn wurde immer spiegelblank gehalten, besonders aber, ich glaube einmal im Jahr, ging’s mit besonderer Tatkraft hinter das Zinngeschirr, das dann mit Schachtelhalm behandelt wurde, daß es blitzte, weißer als Silber." Eines Tages gab der Vater den ganzen Besitz auf (weil eine neue Eisenbahnlinie nicht über jenen Ort geführt wurde, in dem er Seine Gastwirtschaft hatte), und sie zogen in die Stadt. Dort besuchte der Sohn eine Realschule, mit – wie er selber später sagt – nur mäßigem Erfolg: "Im sogenannten Einjährigen-Examen, mit dem ich abging, habe ich den pythagoreischen Lehrsatz nicht beweisen können. Um den Mangel später auszugleichen, war ich wohl zu faul, und so bin ich durch mein Leben gegangen und habe sogar Erfolge gehabt, die ich eigentlich nicht hatte, haben sollen. Es ist lediglich ein technisches Gefühl, das mir durchgeholfen hat." – Dies war nun allerdings stark untertrieben.

Zu seinem Beruf, das heißt zunächst in die Lehre eines Feinmechanikers, kam er eigentlich ganz zufällig. Ohne: auch da viel gelernt zu haben, beendete er sie als Achtzehnjähriger, Danach ging er für einige Jahre auf Wanderschaft, absolvierte seinen Militärdienst, arbeitete in verschiedenen Betrieben und ging für ein knappes Jahr nach Amerika; wo er sich aber nicht recht wohl fühlte. "Es gefiel, mir Schwärmer aber dann doch nicht auf die Dauer in dem Staat, in dem der Eckstein der Gerechtigkeit fehlte: die Gleichheit vor dem Gesetz."

Kurze Zeit nachdem er in die Heimat zurückgekehrt war, wagte er den entscheidenden Schritte Er machte sich selbständig, indem er eine kleine Werkstatt eröffnete. Schon bald beschäftigte er 24 Arbeiter, doch mußte er – inzwischen 30 Jahre alt – nach einer wirtschaftlichen Rezession noch einmal, von vorn anfangen. Von da an ging es mit seinem Unternehmen steil nach oben. Er hatte sich auf die Herstellung einer bestimmten Art technischer Produkte- spezialisiert, die in weiten Teilen der Weit gefragt waren. Viele von ihnen sind hoch heute mit seinem; Namen verbunden und ein Begriff für Qualität;

Als er sehr viel Geld verdiente,hat er Millionen für Stiftungen Zur Förderung von Wissenschaft und Forschungen ausgegeben Auch für gemeinnützige Zwecke hat er Millionen gespendet. –

Schon frühzeitig kam er zu der Überzeugung, daß der Kapitalismus sich selber zähmen müsse-Deswegen setzte er sich für soziale Verbesserungen ein. Er meinte: "Um möglichst viel zu erzeugen, müssen wir nicht so sehr möglichst lang als vielmehr möglichst wirtschaftlich arbeiten. Wir müssen namentlich stets auch daran denken, daß die Herabdrückung der Gestehungskosten der ganzen Menschheit zum Vorteil gereicht. Wirtschaftlich arbeiten heißt zum Beispiel Teilarbeit einführen und Maschinen verwenden, wo immer dies möglich ist, um menschliche Arbeitskraft und Gesundheit zu schonen, also kurze Arbeitszeit bei möglichst hoher Erzeugung."

Er war einer der ersten, die den Achtstundentag, freie Sonnabendnachmittage und bezahlte Ferien einführten. Doch verlangte er viel von seinen Arbeitern, allerdings stets in der Überzeugung, daß Mitarbeiter nur dann Außergewöhnliches leisten, wenn man ihnen auch Außergewöhnliches bietet. Und er sagte: "Ich zahle nicht gute Löhne, weil ich viel Geld habe, sondern habe viel Geld, Weil ich gute Löhne zahle."

Und er.sagte auch dies: "Ich hatte nie. den Ehrgeiz, etwas selber gemacht haben zu wollen. Ich ließ gern andere konstruieren und ließ sie auch gut verdienen. Ich hatte nur den Ehrgeiz sagen zu können, was bei mir gemacht wird, muß erstklassig sein und einwandfrei."