Erfolge der Grünen und der CDU, Verluste der SPD sowie das Ausscheiden der FDP aus dem Frankfurter Stadtparlament haben die hessischen Kommunalwahlen gekennzeichnet.

Das Ergebnis wurde von der CDU als Ermutigung für die Wahlen zum Berliner Abgeordnetenhaus am 10. Mai gewertet. Dabei bezog sie sich vor allem auf Frankfurt, wo es dem 1977 überraschend zum Oberbürgermeister gewählten CDU-Politiker Wallmann gelang, die absolute Mehrheit seiner Partei von 51,3 auf 54,2 Prozent zu steigern, während die SPD in ihrer einstigen Hochburg um über fünf Prozent auf 34 Prozent absank. Die SPD sah in dem schlechten Ergebnis vor allem eine Folge der widrigen bundespolitischen Stimmungslage. Die FDP hob hervor, daß sie im Landesdurchschnitt an Stimmen zugenommen hat.

Im Landesdurchschnitt gewann die CDU 44,8 Prozent gegenüber 44,6 vor vier Jahren, die SPD erreichte 39,8 gegenüber 42,4 im Jahre 1977, die FDP erhielt 5,4 Prozent gegenüber seinerzeit 4,8, die Freien Wählergemeinschaften 7,5 Prozent gegenüber 7,2 Prozent, während die Grünen, die vor vier Jahren noch nicht kandidiert hatten, 1,8 Prozent gewannen.

Aussagekräftiger sind die Ergebnisse in einzelnen Städten und Kreisen. Dabei fallen besonders die Verluste auf, die die etablierten Parteien dort erlitten haben, wo Planungen den Bürgerprotest herausgefordert haben: So gewannen die Grünen in Mörfelden-Walldorf, das durch Erweiterung des Rhein-Main-Flughafens besonders betroffen wäre, 25,7 Prozent und in der nordhessischen Gemeinde Volksmaisen, das für eine Wiederaufbereitungs-Anlage im Gespräch ist, kam eine Bürgerinitiative auf 42 Prozent. Die CDU verteidigte ihre absolute Mehrheit in den kreisfreien Städten Frankfurt und Wiesbaden, blieb in Offenbach und Darmstadt bei leichten Verlusten stärkste Partei und hat nun die Mehrheit in 15 der 21 Landkreise. Die SPD verlor in ihrer letzten Hochburg, dem nordhessischen Kassel, sowie in Wetzlar, Hanau und Rüsselsheim die absolute Mehrheit, konnte jedoch in Darmstadt, wo der als rechter Sozialdemokrat geltende frühere Bundestagsabgeordnete Metzger kandidierte, rund vier Prozent gewinnen.