In der Bundesrepublik gibt es keine einheitliche Hotelkategorisierung. Ein standardisierter Führer könnte dem Reisenden bei der Auswahl seines Domizils behilflich sein.

Zum Beispiel Hannover: eine Stadt mit 560 000 Einwohnern – weiß Michelin, Nein, 570 000, protestiert Konkurrent Varta. Nun, wir wollen nicht über Kleinigkeiten streiten. Zigtausende Besucher überschwemmen alljährlich zur Hannover-Messe die Hotels. Wohin mit ihnen? Varta und Michelin, zwei altbewährte Hotel- und Gaststättenführer, sollen die Auswahl erleichtern. – Ein Hotel der zweiten Kategorie soll’s sein. Michelin: Also ein "Luxus-Hotel". Varta: Sie meinen ein "Hotel mit großem Komfort"? Nein, dann doch lieber die dritte Kategorie. Der Reifen-Führer: Ein "sehr komfortables Hotel". Der Batterie-Ratgeber: Ein "Hotel mit mittlerem Komfort"!

Der Begriffswald ist dicht, die Verwirrung komplett. Warum gibt es in der Bundesrepublik keine einheitliche Klassifizierung der Beherbergungsbetriebe? Ein Vertreter des Deutschen Hotel- und Gaststätten Verbandes (Dehoga) erläutert: Eine staatliche Kategorisierung würde von den Betrieben nicht gebilligt, aus Angst, die staatliche Bewertung ziehe zwangsläufig eine Einflußnahme auf den Preis nach; sich. Würden zum Beispiel die Automobilclubs die Beurteilung übernehmen, befürchtet die Dehoga, daß die Hinweise primär auf den motorisierten Gast ausgerichtet wären.

Die Dehoga selbst drückt sich um eine Wertung und die Verantwortung. Geschäftsführer Bernd Geier: "Es wäre für uns unmöglich, das erforderliche Personal und die finanziellen Mittel zur Verfügung zu stellen."

Dabei würde es genügen, wenn die Interessenvertreter der Hotellerie den Plan für einen einheitlichen Hotelführer grundsätzlich befürworten würden. Varta und Michelin, als derzeit führende private Herausgeber solcher Ratgeber, könnten in die Realisierung eines einheitlichen Projekts einbezogen werden.

Das Hauptargument der Dehoga Standardisierung, so

Geier, ist der individuelle Geschmack der Prüfer wie der Gäste. "Schicken Sie drei Beurteiler in München ins Hilton und ins Vier Jahreszeiten, Sie erhalten drei völlig verschiedene Meinungen über zwei so unterschiedliche Stilrichtungen."