DIE ZEIT

Raketen-Ragout

Innenpolitisch sorgt die SPD-Linke dafür – der Landesverband Baden-Württemberg, der den Beschluß 1982 erneut zum Parteitagsthema machen möchte, oder der Unterbezirk Bonn, der rundheraus seine Aufhebung fordert.

Auf dem Gipfel der Eigensucht

Mit europäischen Gipfeln verhält es sich wie mit manchen Wagner-Opern: Ihre Ouvertüren fallen mitunter lauter aus als das, was darauf folgt.

Happening mit Bildern

Was war los mit der ZEIT? Drei Photos, die zu keinem Artikel passen wollten, tauchten viermal auf – mit wechselnden, den Ressorts Politik, Wirtschaft, Feuilleton und Modernes Leben scheinbar entsprechenden Unterschriften.

Signal aus Hessen

Das Erstaunlichste an der Kommunalwahl in Hessen ist, daß sie – hoffnungsfroh oder sorgenvoll – als politisches Signal betrachtet wird.

Hunger in China

Man mag es kaum glauben: Sechsundzwanzig Millionen Chinesen sind vom Hungertod bedroht. Dürre und Wassersnot zwangen das so stolze Reich der Mitte, sogar bei den Europäern um Hilfe zu betteln.

Zeitspiegel

Günter Gaus hatte in seinem ZEIT-Interview (vgl. Nr. 6 vom 30. Januar) gemahnt, man möge doch, wenn man die deutsche Geschichte in Erinnerung rufe, nicht nur an die Preußen, sondern auch einmal an die Sachsen denken.

Bundesverband Bürgerinitiativen Umiveltschutz: "So pfiffig sind wir gar nicht"

Vernunft läßt sich auch ohne Ideologie durchsetzen." Solche Sätze spricht Josef M. ("Jo") Leinen, geschäftsführendes Vorstandsmitglied im "Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz" (BBU), mit jener fröhlichen Gelassenheit aus, die den Beobachter schwanken läßt, ob er es mit einem 33jährigen, sunnyboy oder einem Schlitzohr zu tun hat.

Worte der Woche

"Es fällt auf, daß immer weniger Achtung vor dem Recht, auch immer weniger Achtung vor der Person und ihrem Eigentum in unserem Volke anzutreffen ist.

Ist Polen doch verloren?

Vom schwersten Stoß, der Polen seit dem vergangenen August erschütterte, erreichten Bundesaußenminister Genscher zunächst nur kleine Ausläufer.

Diagnose war Trumpf

Als Manfred Meier-Preschany, Vorstandsmitglied der Dresdner Bank und Moderator im Arbeitskreis Wirtschaft, die Frage stellte, auf welchen Gebieten die westlichen Industrieländer zusammenarbeiten könnten, herrschte in der sonst so eloquenten Runde sekundenlang betretenes Schweigen.

Was Apel zu hören bekam: "Wir holen die boys heim..."

Die Doppelnatur des Nato-Beschlusses vom 12. Dezember 1979 kräftig zu unterstreichen, war für Verteidigungsminister Apel wie vor ihm schon für Außenminister Genscher eines seiner wichtigsten Besuchsziele in Washington.

Berichte über mangelnde Bündniszuverlässigkeit Bonns schaffen in amerikanischen Zeitungen – etwa in der "New York Times" – immer die Titelseite. Unaufgeregte US-Beobachter sehen die Dinge nüchterner, allen voran die Korrespondentin des "Christian Science Monitor".: Bonn ist keine Wanderniere

An der Tafel des Bonner Botschafters in Washington gab der Präsidentenberater vor drei Jahren zum erstenmal seiner Sorge über eine mögliche "Selbstfinnlandisierung" Westdeutschlands Ausdruck.

Wolf gang Ebert: Guter Rat – teuer

Darf ich eintreten?" fragte der korrekt angezogene junge Mann mit dem Diplomatenköfferchen den hohen Regierungsbeamten des fremden Landes, der in dem Büro hinter seinem Schreibtisch saß, und nahm flink vor ihm Platz, bevor er dazu aufgefordert wurde.

Südlibanon: Duell am Puffer

Im Südlibanon flackert wieder das Feuer eines neuen Krieges auf. Und wieder fing es vergleichsweise harmlos an: Erst traf der libanesische Staatspräsident Sarkis in Damaskus mit dem syrischen Präsidenten Assad zusammen.

Hessenwahl: CDU im Aufwind

Das Ergebnis wurde von der CDU als Ermutigung für die Wahlen zum Berliner Abgeordnetenhaus am 10. Mai gewertet. Dabei bezog sie sich vor allem auf Frankfurt, wo es dem 1977 überraschend zum Oberbürgermeister gewählten CDU-Politiker Wallmann gelang, die absolute Mehrheit seiner Partei von 51,3 auf 54,2 Prozent zu steigern, während die SPD in ihrer einstigen Hochburg um über fünf Prozent auf 34 Prozent absank.

In aller Kühle Zahlen sprechen lassen

Bundesverteidigungsminister Hans Apel ist Anfang dieser Woche zu seinem ersten Besuch nach dem Antritt der Regierung Reagan in die Vereinigten Staaten gereist.

Namen und Nachrichten

Andreas von Schoeler, parlamentarischer Staatssekretär im Bundesinnenministerium, ist als Kreisvorsitzender der FDP in Frankfurt zurückgetreten.

Mit der Jugend reden

Keine neuen, aber nachdenkliche Töne haben die Rechtsdebatte des Bundestags in der letzten Woche bestimmt. Viel Neues konnte auch nicht gesagt werden, nach.

Ein "neuer Start" in der Vergangenheit

"Die amerikanische Revolution war eine philosophische. Zum erstenmal in der menschlichen Geschichte haben wir den individuellen Genius des einzelnen Menschen freigesetzt, um so hoch und weit zu steigen, wie seine eigene Kraft und seine Fähigkeiten ihn tragen werden.

Ausländische Kinder: Nur für Christen

Ein zehnjähriger Junge wird von einer Gesamtschule nur deshalb nicht aufgenommen, weil er das falsche Gebetbuch hat – er ist kein Christ, sondern Moslem.

NS-Prozeß in Kiel: Er war ein kleiner Eichmann

An diesem 22. Verhandlungstag gegen Kurt Asche – 71 Jahre alt, ehemaliger SS-Obersturmführer in Brüssel von 1942 bis 1944, ehemaliger Schlafwagen-Page und Lagerarbeiter ab 1955, zur Zeit Rentner aus Hamburg und angeklagt vor der VIII.

Alternativer Zirkus: Traumland im Konkurs

Was kommt nach dem Happy-End, wenn abgeblendet wird, fragte schon Tucholsky. Die Geschichte der Krankenschwester Irene Mössinger hört sich an wie die moderne.

Alternative "Stattbücher": Wegweiser durch das andere Leben

Den Widerspruch zu allem Üblichen und Etablierten verkünden die Adreßbücher der Alternativszene bereits in ihrem Titel. Sie heißen "Stattbuch" oder auch "Stattführer", und sollte die eigenwillige Orthographie potentielle bürgerliche Käufer etwa irritieren, so ist dies durchaus beabsichtigt.

Hinweise

Wolfgang Benz (Hrsg.): "Rechtsradikalismus: Randerscheinung oder Renaissance?" Eine wahre Flut von Publikationen über den Rechtsextremismus überschwemmt den Büchermarkt.

Scheiche beflügeln die Kurse

Eigentlich müßten die Kurse der deutschen Aktien im Keller sein. Die düsteren Konjunkturaussichten und die hohen Zinsen am Kapitalmarkt hätten nach den an der Börse geltenden Gesetzen der Schwerkraft zu einem tiefen Sturz führen müssen.

Gesundheitswesen: Reif für den Eimer

Wenn wirtschaftliche Krisen drohen, zeigt sich immer wieder, wie überaus schnell wir unser Verhalten korrigieren können, wenn wir uns davon eine Senkung der Kosten und mehr Sicherheit Versprechen.

Banken: Neue Lage

Kaum hatte der Präsident des Bundesverbandes Deutscher Banken, Harald Kühnen, Anzeichen dafür ausgemacht, daß sich in der Bundesregierung in der Frage der industriellen Beteiligungen der Banken eine "etwas andere Betrachtungsweise" durchzusetzen scheint, signalisierte ihm Bundesfinanzminister Hans Matthöfer Zustimmung.

Bonner Kulisse

Das vieldiskutierte Tauschgeschäft zwischen sowjetischem Erdgas und deutschen Röhren ist derzeit von so vielen Fallstricken bedroht, daß selbst manche Optimisten nicht mehr so recht an ein Gelingen glauben mögen.

EG-Gipfel: Frust ohne Grenzen

Zwei Tage lang konferierten die Regierungschefs der Europäischen Gemeinschaft in Maastricht. Es gab Frustration ohne Grenzen.

Lira-Abwertung: Zu zaghaft

Die Abwertung der italienischen Lira um sechs Prozent war seit einem Jahr überfällig. Für die Zukunft entscheidend ist die Frage, ob die zusätzlich beschlossenen Kreditrestriktionen ausreichen, um eine weitere Abwertung in wenigen Monaten unnötig bleiben zu lassen.

Energiepolitik: Inseln der Wärme

Arbeitsminister Friedhelm Farthmann hat hochfliegende Pläne. Um die Bundesrepublik in einem Kraftakt von den teuren Rohölimporten abzukoppeln und dabei zugleich neue Arbeitsplätze zu schaffen, plädiert der nordrhein-westfälische Politiker Farthmann für den zügigen Ausbau der Fernwärme.

Zeitschriften: Bauer in Amerika

Sechsundfünfzig Seiten stark, nicht eine Anzeige, wöchentliche Erscheinungsweise, Tiefdruck, das sind die für Amerika höchst ungewöhnlichen Merkmale einer neuen Zeitschrift, die den US-Markt erobern soll.

Agrarpolitik: Der stille Mann aus Lothringen

Im Sitzungsprotokoll müßte an dieser Stelle eigentlich der Vermerk "stehende Ovation" auftauchen. Im Kongreßzentrum von Versailles hatte es ein paar Pfiffe für den Landwirtschaftsminister und seinen Staatssekretär gegeben.

Münchner Herz: Altmietern droht Exodus

In München gehen Gespenster um: Wohnungsspekulanten. Die Isarmetropole ist seit geraumer Zeit ein Dorado für Profis der spekulativen Umwandlung von preisgünstigen Mietin teure Eigentumswohnungen.

Wo sitzen die Drahtzieher?

Kein Tag in diesem Land, der ohne Demonstration vergeht. Wochentags sind es meist nicht mehr als drei oder vier. Am vorletzten Wochenende waren in fast 40 Städten mal ein paar hundert, mal etliche tausend Demonstranten auf der Straße.

Paradeort für Stammgäste

Bad Scuol im Engadin ist ein Paradeort für Stammgäste – und hier haben wir auch das Hotel gefunden, welches unseren Ansprüchen an jahrelange Wiederkehr gerecht wird.

Kritik in Kürze

Nostalgisches – reihenweise. Das typische "Präsentbuch" (gleich neben der Ladenkasse, knapp unter der magischen Zehn-Mark-Grenze) gibt es nun auch aus dem Meyster Verlag.

Konkurrenz zu Ludwig?: Späths Stiftung

Der baden-württembergische Ministerpräsident Lothar Späth hat die Errichtung einer Stiftung des öffentlichen Rechts mit dem Namen "Museumsstiftung Baden-Württemberg" bekanntgegeben, die auf Grund eines Beschlusses der Landesregierung zustande gekommen ist.

Talbot: Duo gegen Talfahrt

Mit zwei neuen Modellenwill Europas größter Automobilkonzern, Peugeot/Citroën, seine kränkelnde Marke Talbot wieder ins Geschäft bringen: mit der "Luxuslimousine" Tagora und dem Sportwagen Matra Murena.

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