Es trifft immer die falschen", dieses Sprichwort ist so gut, weil man unter "es" so vieles verstehen kann. Zum Beispiel einen Streik. Wenn, wie es gegenwärtig wieder einmal der Fall ist, die Autobusfahrer in Paris streiken – gegen wen richtet "es" sich, dieses Druckmittel, als das der Streik definiert zu. werden pflegt? Gegen die Mächtigen, die gewarnt und entmachtet, gegen die Unvernünftigen in den Behörden, die zur Vernunft gebracht werden sollen?

Vorerst trifft es allein die Bürger, die als unschuldige Bürger bezeichnet zu werden pflegen. Die Schuldigen sind dann die Führer der Gewerkschaften, die den Streik befahlen, ohne Rücksicht darauf, ob sie sich unbeliebt machen und dabei prompt in die Kategorien der Schuldigen hinabgeschoben wurden. Die Unschuldigen stehen wartend an den Bushaltestellen und stehen sich die Beine in den Leib. Die Schuldigen sitzen in den Büros oder führen auf den Straßen eine schöne Demo an. Wobei sie Spruchtafeln tragen und Parolen ausgeben, denn ein Streik muß eine gute Parole haben.: Diesmal heißt sie "Wir verlangen Sicherheit!"

Die Busfahrer klagen über Fälle, In denen sie angegriffen worden seien. Rohe Angriffe auf unschuldige Busfahrer, ja, solches ist vorgekommen, an der Direktion der RATP, der Pariser Verkehrsgesellschaft, auch ordentlich registriert und beraten worden. Aber wenn ein Chauffeur verlangt, sein Amt in aller Sicherheit ausüben zu dürfen, so können die Passagiere der Omnibusse das gleiche verlangen, nämlich in Sicherheit von einer Haltestelle zur anderes gebracht zu werden, für ihr gutes Geld. So weit gibt es in diesem Punkt, nicht die geringsten Meinungsverschiedenheiten im Publikum.

Die allgemeine Zustimmung hört freilich auf, wenn es sich um Einzelheiten handelt. Inzwischen breitet der Streik sich aus. "La grève fait tache d’huile", schrieb der Figaro Der Streik wirkt wie ein Ölfleck, er breitet sich aus. Und dies sogar unterirdisch, denn auch die Metro-Fahrer fühlen sich verunsichert und haben sich dem Streik der Überirdischen angeschlossen.

Noch ist es Zeit zu überlegen, wie man "über die Runden kommt". Wie, wenn den Omnibussen auf den unsicheren. Teilstrecken ein Panzer vorausrollte und ein gepanzerter Wagen ihnen folgte, der mit Maschinengewehrschützen und mit Artilleristen besetzt wäre?

Eine solche Wildwest-Atmosphäre würde den beliebten Touristenattraktionen der französischen Hauptstadt eine neue Note hinzufügen.

So schön wie nie Ist Paris im Vorfrühling. Und denken wir an Ludwig XIV. und sein berühmtes Wort, daß Paris eine Messe wert sei, so erinnern wir uns auch an den Baron Hausmann, den Präfekten. unter. Napoleon III., der für seine Durchbrüche berühmt wurde und der die Straßen verbreiterte, hauptsächlich in der Absicht, der Polizei und dem Militär leichteren Zugang zu den unschuldigen, Bürgern zu verschaffen. Tatenlos "darf man jedenfalls nicht bleiben. Irgend etwas muß geschehen. Sicher ist sicher.