Einer der renommiertesten Reiseveranstalter Österreichs, "Airtours Austria", hat in der vergangenen Woche Konkurs angemeldet. Die Wiener Firma, mit dem deutschen Unternehmen "Airtours international" nicht unmittelbar liiert, war ein Kind vieler Väter. Die deutsche TUI, Mutterunternehmen der Frankfurter Airtours, war an der österreichischen Firma mit 18 Prozent beteiligt, weitere Partner waren unter anderem der österreichische Automobilclub, die österreichische Touropa und andere Reiseunternehmen. Seit zwei Jahren kämpft das Wiener Unternehmen gegen eine schlechte Ertragslage, eigene Fehlentscheidungen und, wie aus der Reisebranche zu hören ist, gegen wenig loyale Vertragspartner an: Seine eigenen Gesellschafter haben teilweise konkurrierende Reiseangebote unterbreitet.

Jetzt gilt es nur noch, die restlichen Geschäfte ohne Schaden für die Kunden abzuwickeln, läuft alles wie geplant, werden alle, die zur Zeit mit Airtours Austria unterwegs sind, weder am Ferienort noch für den Rückflug in die eigene Tasche greifen müssen. Und Kunden, die bereits Reisen gebucht haben, sollen entschädigt werden.

Aber das allein ist es ja nicht: Wieder ist ein Touristikunternehmen mit klangvollem Namen und rund. 20 000 jährlichen Passagieren pleite gegangen. Es war keine windige Hintertreppenfirma, hinter dem Namen.standen Adressen, die für Solvenz und solides Kaufmanns nun gut sein sollen. Auch darauf, so zeigt es sich jetzt dem verunsicherten Reisekunden, ist kein Verlaß mehr.

In der Konsequenz kann man Pauschalreisenden nur raten, so spät wie möglich zu buchen und so spät wie möglich zu zahlen. Die Reiseunternehmen hören das nicht gerne, aus verständlichen Gründen: Sie müssen gegenüber ihren Partnern in Hotels, bei Luftlinien oder sonstigen Touristikunternehmen auch Vorkasse leisten. Da ist man über jede Mark erfreut, die ein paar Tage früher in die Kassen kommt und Liquidität schafft – insbesondere bei den derzeit horrenden Zinsen und den meist sehr kleinen Kapitalausstattungen.

In den vergangenen Jahren haben Währungsgewinne und steigende Buchungszahlen die Finanzlöcher überbrückt. Jetzt werden aber auch die "Ferienwährungen" gegenüber der Deutschen Mark immer teurer, und die Buchungen kommen, (trotz einiger guter Nachrichten für das Sommergeschäft) nur zögernd.

Es ist zu befürchten, daß das eine oder andere Reiseunternehmen hierzulande dieses Jahr nicht mehr übersteht. Angesichts dieser Lage werden auch neue Vorstöße zur Sicherung des Pauschalreisenden gegenüber seinem Reisebüro diskutiert. Die Verbraucherschutz-Organisation hat den Reisebüro-Verband in einer Abmahnung aufgefordert, den Vorauszahlungsmodus für Reisekunden zu ändern. Chancen zeichnen sich auch endlich ab für einen Haftungsfonds zugunsten von Urlaubern. Gegenüber dem Fachblatt touristik aktuell erklärte jetzt Jürgen Fischer vom Vorstand der TUI: "Zu einem solchen Fonds sagen wir kein grundsätzliches Nein." K. V.