Kaffee, Tee oder Cola-Getränke verdanken ihre anregende Wirkung dem Koffein. Diese "am weitesten verbreitete psychoaktive Substanz der Erde" greift, wie der renommierte amerikanische Hirnforscher Solomon Snyder kürzlich bei einem Seminar verriet, direkt in die zelluläre Feinsteuerung des Gehirns ein (Snyder wird seine Ergebnisse Anfang Mai vollständig veröffentlichen). Soviel ist schon bekannt: Koffein und einige seiner chemischen Verwandten blockieren die "Rezeptoren" genannten Empfangsstationen auf den Membranen von Nervenzellen – Rezeptoren, die eigentlich für die natürlich im Körper vorkommende Substanz Adenosin bestimmt sind. Adenosin ist einer der vier Grundbausteine der Erbsubstanz DNA, spielt eine wichtige Rolle im Energiehaushalt der Zelle und wirkt außerdem als "Neuromodulator": In dieser Funktion dämpft die Verbindung zelluläre (und damit auch körperliche) Aktivität. Wenn nun Koffein die Rezeptoren besetzt hält, kann Adenosin seine dämpfende Wirkung nicht mehr ausüben. Der Körper bleibt wach.