Dossier

Tote Maulwürfe reden nicht

Harold Wilson, damals noch erster Minister Ihrer Majestät, sah sich von Staatsfeinden umringt.

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Wirtschaft

Nur der Preis ist Made in Germany

Brüssel ist beunruhigt: Die Europäische Kommission läßt die Einführen elektronisch gesteuerter Werkzeugmaschben aus Japan überwachen, weil der rasante Vormarsch der Konkurrenz aus Nippon diese Schlüsselindustrie gefährden könnte.

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Feuilleton

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DIE ZEIT

Die Normalität der Gewalt

Das Extreme wird, als Tradition, zur Normalität: Vier Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika sind bisher im Amt ermordet worden.

Was not tut in Polens Not

Noch einmal ist Polen davongekommen. Die jüngste Krise scheint nach dramatischen Tagen und Nächten überstanden. Lech Walesas Gewerkschaft hat den Generalstreik abgeblasen; Parteichef Kania blieb es erspart, sein Land unter Kriegsrecht zu stellen; für die Sowjets entstand weder eine Notwendigkeit noch eine Gelegenheit zum bewaffneten Eingreifen.

Bohrende Fragen

Die Gewißheit, daß eine Krähe der anderen kein Auge aushackt, galt in der deutschen Justiz seit jeher als unverbrüchlich. Das kritische Selbstverständnis der Dritten Gewalt beschränkte sich auf die Prozeßordnung: Eine höhere Instanz kann Entscheidungen der niederen kassieren.

Gegenseitigkeit

Investitionen für die Zukunft – selten wurde diesem hehren Gebot so großzügig entsprochen wie im Fall Zimbabwes. Dem jungen Staat im südlichen Afrika haben 44 vornehmlich westliche Länder und 17 Organisationen rund 3,6 Milliarden Mark für den Wiederaufbau zur Verfügung gestellt.

Worte der Woche

"Wir streiken heute vier Stunden, um die letzte Chance zu nutzen, nicht vier Wochen streiken zu müssen. Wir streiken, damit wir nie wieder geschlagen, inhaftiert oder verleumdet werden, damit die Polizei Kriminelle und nicht Gewerkschafter verfolgt.

"Macht Euch keine Sorgen"

Ich hörte die Nachricht im Taxi, zehn Minuten nach dem Attentat am Hilton-Hotel. Aufgeregt verlas der Sprecher die Meldung: Mordanschlag auf den Präsidenten.

Selbst die Nazis lehnten ihn ab

Die Photokopien einer Gesetzesvorlage werden den Journalisten in die Hand gedrückt. Das Papier trägt die Unterschrift Ronald Reagans: deutlich lesbar, aber leicht verkritzelt und uneben, sichtlich unter beschwerlichen Bedingungen gegeben.

Zeitspiegel

Die Ausgabe der Tageszeitung Die Welt vom Dienstag, dem 31. März 1981, wird Erinnerungswert behalten. Auf Seite 2 vermeldet die Welt den Hinauswurf des bisherigen Chefredakteurs Peter Boenisch durch Verleger Axel Cäsar Springer, Boenischs Nachfolge übernimmt ein Trio von bewährt rechtslastigen Schreibern: Wilfried Hertz-Eichenrode, Herbert Kremp und (als Mitherausgeber neben Springer) der Rundfunkjournalist Matthias Walden.

Nachrüstungs-Beschluß der Allianz: Der schwere Gang der Linken

Die neue amerikanische Administration liegt vielen Genossen wie ein Stein im Magen. Während die sozialdemokratischen Mitglieder der Bundesregierung, anders als zu Carters Zeiten, das Beste aus ihr machen, also jedes Wort vermeiden, das als Kritik gedeutet werden könnte, und jede verbale Gemeinsamkeit kräftig herausstreichen, ist an der SPD-Basis, soweit sie sich auf Delegiertenkonferenzen von Unterbezirken äußert, die Bereitschaft groß, der neuen amerikanischen Administration alles Schlimme zuzutrauen.

Die Frage der Wiedervereinigung: Eine Chance, die keine war

So viel dramaturgische Nachhilfe wird dieses Thema to rasch dicht wieder erhalten. Die Diskussion über die Deutschland-Note der Sowjetunion von 1952, die in der vergangenen Woche von der Stiftung Konrad-Adenauer-Haus veranstaltet wurde, versammelte nicht nur viele der noch lebenden Parlamentarier und Beamten, die im engeren oder weiteren Kreis an der Diskussion über den sowjetischen Vorstoß teilgenommen haben.

Wahlkampf in Frankreich: Die neuen Kleider des Jacques Chirac

Was ist bloß mit Jacques Chirac passiert? Der "Bulldozer", wie ihn sein Lehrmeister Georges. Pompidou einmal nannte, erscheint plötzlich sanft wie ein Lamm, Der aggressive Polemiker hat sich zum besonnenen Redner gemausert; aus dem hektischen Alleskönner ist ein fast gelassener Politiker geworden.

Englands Sozialdemokraten: Für neun Pfund sind sie dabei

Warum gerade neun Pfund?" fragte ein Journalist, William Rodgers, Mitgründer der neuen Sozialdemokratischen Partei Großbritanniens (SDP), antwortete: Vielleicht werde man eines Tages zehn Pfund von jedem Mitglied verlangen.

Kuba: Plötzlich Sündenbock

Anlaß war eine erfolgreiche Aktion der kolumbianischen Armee gegen die Guerilla-Organisation "M-19", an der sich – auf ihrer Seite der Grenze – auch Solihrer Ecuadors beteiligten.

Freundliche Einladung für die Hausbesetzer

Nicht am Waffenlieferungen, sondern um ökonomische und finanzielle "Entwicklungslinien", so heißt die jüngste Bonner Devise, soll es gehen, wenn Helmut Schmidt nach Saudi-Arabien reist.

Dokumente zur Zeit

Janina Kostrzewska, Monteurin im Computerzentrum "Mera-Elwro" in Breslau (Wroclaw): "Unsere Parteiorganisation hat die Ereignisse von Bydgoszcz als klare Vergewaltigung der Verfassung sowie der bürgerlichen Freiheiten und Rechte angesehen.

Belgien: Martens am Ende?

Italienische Verhältnisse" sahen die Belgier schon vor einem halben Jahr auf sich zukommen. Damals hatte Ministerpräsident Wilfried Martens Schwierigkeiten, sein viertes Kabinett innerhalb von anderthalb Jahren zusammenzubringen.

Polen: Kompromiß am Rande des Abgrunds

Polen hat sich noch einmal an der "Schwelle zum Abgrund (Vizepremier Rakowski) fangen können. Der für Dienstag dieser Woche angekündigte Generalstreik wurde in letzter Minute abgewendet Nach siebenstündigen Verhandlungen fanden Regierung und Gewerkschaft am Montagabend einen Kompromiß, der es beiden Seiten ermöglicht, das Gesicht zu wahren.

Namen und Nachrichten

In Thailand hat der stellvertretende Armee-Chef, General Saat Chitpatima, die Macht übernommen. Er stürzte die Regierung von Ministerpräsident Prem Tinsulanonda in einem unblutigen Putsch.

England: Spiel mit Hochverrat

Ohne die Schüsse auf Ronald Reagan und die Panzer um Polen wäre vielleicht eine Verfassungskrise in Großbritannien ausgebrochen.

Philby über Hollis

Mein Gegenspieler in MI 5 war Roger Hollis, der Leiter der Abteilung, die sowjetische und kommunistische Affären untersuchte.

HANS JOSEF HORCHEM:: "Geheimdienst ohne Geheimnis"

Vor einigen Jahren wurde in Hamburg ein neues Verfassungsschutzgesetz beschlossen. Dem Gesetzgebungsverfahren ging ein Hearing voraus, das sich vor allem mit der von der damaligen SPD/FDP-Koalition geforderten Kontrolle über das Landesamt für Verfassungsschutz beschäftigte.

KGB-Spion Blunt: Wie alles begann

Ich hatte 1933 ein Urlaubsjahr von Cambridge, und als ich im Oktober 1934 zurückkehrte, erfuhr ich, daß sich eine sehr große Anzahl meiner Freunde und fast alle intelligenten und aufgeweckten Studenten, die nach Cambridge gekommen waren, unter dem Eindruck von Hitlers Machtergreifung plötzlich dem Marxismus zugewandt hatten.

Ferieninsel will kein Hochhaushotel: Bürgerzwist

Burgenbauen macht Spaß. Betonburgenbauen macht noch mehr Spaß, denn es bringt viel Geld. Das weiß auch das Seetouristik- und Fährdienst-Unternehmen HADAG (Eigentümer ist die Stadt Hamburg).

Jugendliche Neonazis vor Gericht: Schwarze Schafe

Haftstrafen bis zu zwei Jahren, zur Bewährung ausgesetzt, verhängte das Frankfurter Jugendschöffengericht gegen sechs junge Mitglieder der neonazistischen "Volkssozialistischen Bewegung Deutschlands (VSBD)" wegen Landfriedensbruch in einem besonders schweren Fall, gefährlicher Körperverletzung und anderer Delikte.

Wenn Manager schlafen

Alle Jahre wieder versammeln sich die Spitzen der deutschen Wirtschaft zur Messe in Hannover. Und wenn sich Unternehmer treffen, dann machen sie nicht nur miteinander Geschäfte, sondern klagen, auch gern gemeinsam über die schweren Zeiten.

Östrogene: Vertrauen ehrt

Nein, in den Bereich der verfrühten Aprilscherze gehört diese Meldung nicht. Das Bundesgesundheitsministerium, so teilte dessen parlamentarischer Staatssekretär Fred Zander auf Anfrage eines FDP-Abgeordneten mit, habe keinen Hinweis darauf, daß aus den USA eingeführte Puten und Hähnchen Rückstände der verbotenen künstlichen Östrogene enthalten.

Kilometerpauschale: Weniger ist mehr

Das Datum ist gut gewählt: Zum I. April tritt die Erhöhung der Mineralölsteuer in Kraft; zum 1. April wird damit Autofahren noch teurer – und zum 1.

Tarif Verhandlungen: Um ein halbes Prozent

Natürlich hat der Bauarbeiterführer Rudolf Sperner du gute Recht, die Ablehnung eines von ihm ausgehandelten Tarifvertrages durch die Basis nicht als eine persönliche Niederlage zu werten.

Nixdorf: Schwerer Schritt

Leicht nacht es sich Heinz Nixdorf nicht: Schon in den frühen siebziger Jahren liebäugelte der Computerbauer aus Paderborn mit dem Gang an die Börse; vor drei Jahren beteiligte er die Deutsche Bank mit 25 Prozent am Kapital seiner Nixdorf Computer AG und wollte sich bis Mitte 1981 entscheiden, ob diese Aktien an der Börse plaziert werden sollen; jetzt ist "die grundsätzliche Entscheidung für die Einführung von Nixdorf-Aktien an der Börse" zwar gefallen – vollzogen werden soll sie aber erst innerhalb weiterer drei Jahre.

Europa-Norm: Falsches Maß

Bonn wirbt für sich als Hauptstadt mit einem freundlichen Kußmund, die Bonner Politessen mit einem Brett, nein, einer Scheibe vor dem Kopf.

Bonner Kulisse

Tränen sind nicht geflossen, obwohl dem einen oder anderen der Beteiligten durchaus danach zumute gewesen sein dürfte: Die großen Pläne vom Neubau des Bonner Parlamentsviertels, mit all ihren Riesengebäuden und den monströsen Überlegungen einer "grünen Mitte" im Herzen der Republik, sind in einer ganz kleinen Schublade verschwunden.

Männer, die Milliarden borgen: Die Schuldenmanager des Bundes

Auch der frische Farbanstrich, dessen Geruch durch die langen und schmalen Korridore zieht, ändert nichts am Gesamteindruck: Der Besucher fühlt sich im Hinterhof der Bonner Administration, Kleine Zimmer, aneinandergereiht im ehemaligen Pferdestall eines alten Kasernengebäudes im schmucklosen Bonner Norden; die Zimmer vollgestopft mit billigsten Ramschmöbeln der abschreckenden Furnierbezeichnung "Limba".

Bundesfinanzen: Krisensitzung auf dem Schuldenberg

Ihre Geduld hatte lange gewährt, nach Ansicht vieler Bankiers und Unternehmer, Steuerzahler und Normalbürger viel zu lange. Doch endlich gelangten Bundeskanzler Helmut Schmidt, sein Stellvertreter Hans-Dietrich Genscher und Bundeswirtschaftsminister Otto Graf Lambsdorff zu der Einsicht, daß das nachkarnevalistische Treiben am Rhein, das sich unter der Bezeichnung "Haushaltspolitische Debatte" über Wochen hingezogen und viele um Seriosität bemühte Politiker aller Parteien zusehends der Lächerlichkeit preisgegeben hatte, schleunigst beendet werden müsse.

Rentenskandal: Der Trick mit dem Ring

Im Gefängnishof trotten zwei Untersuchungsgefangene hintereinander her. Der Jüngere dreht sich um: "Mich haben die Bullen geschnappt, als sie ein besetztes Haus stürmten.

Zwei Jahre nach "Harrisburg": Der teuerste Müll der Welt

Keine Flammen, keine Ruinen, keine Flutwelle, kein Tornado, keine Toten oder Verlernen, still, geruchlos." So beschreibt der 1265 Seiten lange Untersuchungsbericht der amerikanischen Nuklearen Kontrollkommission (NCR) die Folgen des Atomunglücks auf Three Mile Island, das vor genau zwei Jahren die Welt erregte.

ZEIT spart Geld

Kinderbetreuungskosten können als Freibetrag einkommensteuermindernd berücksichtigt werden. Die Höchstgrenze beträgt bis zu 1200 Mark Je Kind jährlich, Für die Betreuer sind diese Beträge meist einkommen- und kirchensteuerfrel, da jeder Arbeitnehmer im Kalenderjahr generell 1644 Mark Arbeitslohn beziehen kann, ohne Steuern zahlen zu müssen.

Überraschung

Die Spötter waren zu voreilig, Sie hatten nämlich behauptet, Siemens und die Deutsche Bank würden sich zusammen an einer Dividendenzementierungsfabrik beteiligen.

Kein Vertrauen in deutsche Aktien

Die Käufe reicher Opec-Länder an den deutschen Börsen dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, daß die Aktien deutscher Unternehmen im internationalen Anlagekonzert nur eine untergeordnete Rolle spielen.

Manager und Märkte

Ein großer Teil der neuen Zeitschrift ist bereits auf dem Weg zu den Lesern. Rund 300 000 Exemplare seines neuen Objektes natur verschenkt der Schweizer Ringier-Verlag zur Zeit an jeden, der es will.

Zeitraffer

Auch wenn’s nur eine Atempause vor der neuen Preiswelle bei Benzin, Alkohol und Strom ist – erfreulich ist allemal, daß der Anstieg der Lebenshaltungskosten in der Bundesrepublik im März bei nur 5,5 Prozent im Durchschnitt liegt und sich damit gegenüber der Februarrate nicht weiter beschleunigt hat.

Besser ausbilden

Farthmann: Was die Chinesen anbetrifft, so sind die nicht aus arbeitsmarktpolitischen Gründen angeworben worden, sondem weil dies Bestandteil des Exportauftrags von Babcock ist.

Kartell des Schweigens

Das vermeintliche Foulspiel, das der oberste Verkäufer des Fernsehgeräte-Marktführers in der Bundesrepublik ausgemacht hatte: Der Branchen-Winzling Loewe Opta wagte es, schon jetzt TV-Apparate in den Handel zu bringen, die es nach dem vereinigten Willen von Herstellern und Händlern noch gar nicht geben darf.

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