Du hast keine Chance, aber nutze sie

Von Hans-Eckehard Bahr

Wir haben Grund genug

Zum Weinen

Auch ohne Euer Tränengas;

Wir haben nichts zu verlieren,

außer unserer Angst.

Reto Hänny: "Zürich, Anfang September"

Du hast keine Chance, aber nutze sie

Als Bundesinnenminister Baum sagte, die Politiker seien ratloser als noch vor Jahren, antworteten ihm die Jugendlichen, das sei zynisch. Und als Baum die etwa tausend ins Audimax Bochum gekommenen Studenten, Schüler und Lehrlinge inständig bat, sie möchten sich doch aktiv beteiligen bei der Reform dieses Staates, kam ein lautes Nein von den Rängen. Politikern, die Kernkraftwerke durchsetzen, die Geld für Kasernen freigeben, nicht aber für Hochschulen, Jugend- und Beratungsstellen; Staatsvertretern, die schwarz maskierten Polizisten den Sturm auf das waffenlose Dorf der "Freien Republik Wendland" befehlen, aber unfähig seien, Jugendlichen einen Ausbildungsplatz zu ermöglichen, diesen Vertretern des Staates würden sie nicht mehr folgen.

Als Minister Baum "Wir alle sind der Staat" dagegenrief, sagte eine junge Frau unter ungeheurem Beifall: "Wir sind von jeder tatsächlichen Beteiligung ausgeschlossen in diesem Staat. Auf unsere alternativen Lebensformen hat er nur zwei Antworten: Diskriminierung und Polizei." Nein, dieser Staat sei nicht ihr Staat. Dies hörend, vergrub der Minister den Kopf in beide Hände.

Daß ein Politiker dieser Republik am Samstag, dem 24. Januar 1981 auf das mitgebrachte Redekonzept verzichtete und sich drei Stunden lang die politische Meinung von eintausend jungen Bürgern dieses Staates sagen ließ, daß er hinhörte, sich auf schwere Unfriedenslagen "in diesem unserem Lande" aufmerksam machen ließ, das ist, als Beginn eines Dialogs zwischen Repräsentanten einer ratlosen Wachstumspolitik einerseits und den Vertretern der Gegenkultur andererseits, vielleicht schon so etwas wie der Anfang eines republikanischen, eines streitbaren Friedens.

"Wirklich, besäßen die ein Fünkchen Leben, diese nie eine Veränderung Wollenden, ... sie hätten das, ihnen vors Haus getragene Angebot zum Dialog längst angenommen in einer andern als der bisherigen Sprache", schreibt Reto Hänny, Chronist des Zürcher Herbstes, aber das Denken der Stadtbehörden "ist von der Flexibilität eines sechskantigen Hartgummigeschosses, Platzwunden schlagend bei jedem, der sich nicht zu schützen versteht, ins Aug fahrend jeden Blick tilgend."

Ich frage kurz danach mir bekannte andere Studenten in Bochum, was sie in den letzten Tagen am stärksten beeindruckt habe. Ich frage gutgläubig, in der Erwartung, nicht nur Unglücks- und Ohnmachtsgeschichten aufgetischt zu bekommen. Aber es ist, als erführe niemand von ihnen mehr anderes: Erschrecken darüber, daß die wiederholte Bitte eines Studenten, ihm einen Begriff zu erklären, schweigend von allen im Seminar übergangen wird; vom Seminarleiter, der sich an sein Konzept klammert, um sich vor dem Absturz zu bewahren; von den Mitstudenten, die das ganze ebenso als Angstpartie erleben. Erschrecken darüber bei einem anderen, daß keiner der Bürger draußen auf dem Parkplatz ihm sagt, er habe das Licht im Auto vergessen auszuschalten, obwohl alle es deutlich sehen. Und Entsetzen eines anderen, der noch vor fünfunddreißig Minuten, beim Aussteigen aus der Tram, von einem friedlichen Herrn als einer dieser Sauhunde bezeichnet wurde, die alles in Brokdorf kaputtmachen wollen und die alle kastriert gehörten oder richtig beim Bund geschliffen. Es ist Montag, der 23. Februar 1981, und wenn der Student später die Bild-Zeitung aufschlägt, die der friedliche Herr in der Tram las, wird er auf Seite eins lesen, Ministerpräsident Albrecht habe erklärt, daß es in Brokdorf "um die Frage Rechtsstaat oder nicht Rechtsstaat geht", also nicht um Kernenergie und Atomstaat, deretwegen er und zigtausend andere nach Brokdorf fahren.

Kaum einer der Politiker (die offenbar selten mit jungen Bürgern dieser Republik ungeschützte Berührung haben) scheint das Ausmaß der Verachtung zu ahnen, das ihnen von Jüngeren entgegengebracht wird. Soweit ich sehe: nicht Staatsverdrossenheit herrscht vor, sondern Funktionärsverachtung, aber gleichzeitig, bei den politisch Sensiblen, das verzweifelte Festhalten daran, daß noch alle Artikel unserer Verfassung zu gelten hätten, obgleich die bloße Erinnerung daran schon manchen von ihnen zum öffentlichen Störenfried machte.

Empörung und Ohnmacht, das ist das eine, was mir in diesen Diskussionen mit Schülern und Studenten begegnet. Und das zweite: Trauer und Melancholie. Angst vor der beginnenden Armut in unseren Städten, Angst vor der zunehmenden Verlassenheit, Angst beim Aufschlagen der Zeitung mit den Meldungen über die besessene Militarisierung der amerikanischen Außenpolitik, und Ahnungen, daß Friedensdiplomatie und Kunst der Politik, von Tag zu Tag spürbarer, der arrogance of power geopfert werden, dem Dilettantismus der neuen Militär-Politiker.

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"Dröhnende Neonröhren, Siedlungsgroßräume, Arbeits-Frieden, Geld raschelt wie Herbstlaub leise im Nebel von den Bäumen segelnd", skizziert Reto Hänny das Klima unserer Städte, die immer höher hinaus, immer schneller in die Breite schießen, in deren donnernden Einkaufsschluchten, trotz öffentlicher Krisen, noch immer die Fortschritts-, die Siegesdynamik herrscht, in deren Büroetagen wir noch immer aus unseren Handlungen, unseren Leistungen definiert werden, nicht aber aus unseren Leiden. Trauer und Empörung der Jungen, Melancholie und Ohnmacht der gesellschaftlich Überrundeten, das erinnert mich daran, daß die Zukunft unserer Gesellschaft eine "Zukunft aus dem Gedächtnis des Leidens" (J. B. Metz) werden muß, soll sie menschenfreundlich werden.

Die Gewalt, mit der einige der Notleidenden nach außen, gegen die öffentliche Ordnung vorgegangen sind, hat eine lange Geschichte der Gewaltanwendung nach innen, gegen sich selbst unterbrochen. War doch von Jahr zu Jahr die Zahl der Menschen erschreckend gewachsen, die sich selbst Gewalt antun, weil sie sich von den gewaltverursachenden Verhältnissen zermürbt erlebten:

  • In den letzten Jahren nahmen sich in unserer Republik täglich zehn Menschen im Alter über 60 das Leben.
  • 1978 unternahmen 14 000 Kinder und Jugendliche bei uns einen Selbstmordversuch.
  • Im Jahr 1978 nahmen sich fast 600 Schüler das Leben.

Das Problem des Suizids von Jugendlichen ist "im Zeitalter des Numerus Clausus und einer aufs Benotbare versessenen Schule zu einem gesellschaftlichen Kardinalproblem geworden, das vor allem Etablierte und Aufsteiger betrifft" (Walter Jens). Auch andere Formen der Selbstzerstörung mittels Drogen oder Alkohol – Antje Huber machte am 6. März 1980 Mitteilung von jährlich 17 000 Alkoholtoten – machen deutlich, daß für immer mehr Bürger dieses Landes die Verhältnisse offenbar so sehr den Charakter der Unaufbrechbarkeit – "Packeis" sagen die Zürcher Jugendlichen – annehmen, daß sie, anstatt deren Gewalt zu schmelzen, die Gewalt nur noch gegen sich selber zu wenden vermögen.

Zum erstenmal seit Jahren nun wenden Gruppen von Benachteiligten die Zerstörung nicht mehr gegen sich selber, sondern gegen Fensterscheiben der Luxusgeschäfte und Fassaden von Bankhäusern in den großen Citys. Zum erstenmal also wälzt sich ein "symbolischer Kreuzzug" gegen die Innenstädte, dorthin, wo "die Fabrikation des zuverlässigen Menschen" in der Vorstellung der Demonstranten symbolisch zentriert, ist, in Zürich beginnend, jener Stadt mit einer der höchsten Selbstmordraten auf der Welt.

Auch diese Gewalt ist und bleibt Gewalt, also zutiefst lebensbedrohend. Aber wer die Gewalt der geworfenen Pflastersteine gegen Häuser verdammt, nicht zugleich aber auch die Welle der Selbstzerstörung von Menschen, hat nichts begriffen.

Warum aber Angst und Empörung bei so vielen Heranwachsenden und warum die entgegengesetzte Stimmung trotziger Melancholieverachtung bei so vielen Vertretern von Wirtschaft und Staat? Meine Vermutung: Die Jüngeren empfinden die neuen Verteilungskämpfe innerhalb und

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außerhalb der reichen Gesellschaft gänzlich anders als viele Politiker. Die Beteuerung vom besten Rechtsstaat der deutschen Geschichte im Ohr, denken die Zwanzigjährigen nur an die Risse im sozialen Gefüge der Republik, die wiedergutzumachen ja eigentlich der Zweck des Rechtsstaats ist, nicht die Durchsetzung obrigkeitlicher Ordnungstendenzen.

Ein zentrales Problem: Die Älteren definieren sich als Davongekommene von Krieg- und Hungerzeiten, als diejenigen, die alles selber unendlich arbeitsam wiederaufgebaut haben. Die Jüngeren indes sehen nur das, was in dieser Republik heute vorhanden ist, aber eben ungleich verteilt: Zukunftschancen, Spielräume und Reichtümer.

Die Lebensziele vieler Älterer und bereits Etablierter sind folglich repräsentiert in den CDU-Slogans: Sicherheit, wirtschaftlicher Wohlstand, Frieden und Freiheit; die Ziele vieler Jugendlicher jedoch in dimensional anderen Wertweiten, die keine der Parteien auf ihren Fahnen hat: Menschenrechte für alle, Freundschaft und Geborgenheit, gewaltfreie Kommunikation und Lebenssinn – so heißen ihre Stichworte.

Nicht nur, weil sie schon alles haben, wählen viele Jüngere solche ausgesprochen post-materialistischen Lebensorientierungen. Im Versuch, das eigene Handeln aus dem Mitgefühl zu begründen, aus einer eigentümlich unenttäuschten Leidenschaft für Gerechtigkeit, wenden sich viele Jüngere ja bewußt ab von der Fitneß-Kultur der etablierten Schichten, die sie oft barbarisch konzentriert sehen auf Selbsterhaltung, koste es den anderen, was es wolle.

Wenn Frieden mehr ist als das Schweigen der Waffen und das wechselseitige Schachbieten – negativen Frieden nennen die Friedensforscher solche organisierte Friedlosigkeit –, wenn Frieden zu tun hat mit gleichen Lebenschancen, mit versöhnten Gegensätzen und menschenmöglicher Gerechtigkeit – dann muß ich vielen Forderungen der Jüngeren recht geben. Positiver Frieden wäre das, was sie wollen, der Frieden in der alteuropäischen Tradition, in der Tradition auch des biblischen "Schalom" des Gemeinschaftsfriedens nach innen und außen.

Die Gegensätze, die heute so vielen Bürgern Angst machen, sind aber nicht primär die Gegensätze der Generationen, der ewige Machtkampf zwischen Jung und Alt. Es ist, scheint mir, viel eher der Verteilungskonflikt zwischen den abgesicherten und den chancenlosen Bürgern, der Zwist zwischen oben und unten, der die gegenwärtigen Konfrontationen tatsächlich bestimmt. Die Erklärung: Sie, die Heranwachsenden, sind als zukünftige Arbeitslose selber Teil jener neuen, sozial unterprivilegierten Leidensgruppen in unserer Gesellschaft: der Alten, der Arbeitslosen und vieler kinderreicher Familien. 5,8 Millionen Bundesbürger aus diesen Schicksalsgruppen leben 1975 schon unterhalb der Armutsgrenze; und seither hat sich die Zahl dieser an den Rand Gedrängten, deren Einkommen unter Sozialhilfeniveau liegt, vermehrt.

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Scheinbares Paradox: Viele der jugendlichen Demonstranten stammen nicht gerade aus armen Häusern. Seit Eton- und Harrow-Studenten in den zwanziger Jahren sich in den Slums engagierten, wußte man aber: Töchter und Söhne bürgerlicher Herkunft waren immer empfindlich gegenüber der Benachteiligung ihrer Altersgenossen aus der Unterschicht. Treibendes Motiv der engagierten Bürgerlichen heute aber ist nicht so sehr sozialer Altruismus. Es ist schlicht und elementar die gleiche Zukunftslosigkeit, die proletarische Lehrlinge und Oberschüler verbündet.

"Ein wenig Zuwendung und ein wenig Wärme" brauchten die schnell anwachsenden Leidensgruppen, meinte Bundespräsident Carstens Weihnachten 1980. "Lassen Sie diese Menschen etwas von dem Geist unseres Weihnachtsfestes verspüren", fuhr der Präsident fort, als ließe sich vor allem so, auf der Ebene des Seid-nett-zueinander, die Neuorientierung der Innen-, Sozial- und Friedenspolitik anbahnen. Nun haben sich jugendliche Bürger mit ihren "Instandbesetzungen" selbst geholfen. Die Absurdität: Weil Gewalt dabei im Spiele war und eindeutige Rechtsverletzungen, ist das Problem der rapiden sozialen Unterentwicklung in unserer Republik überhaupt erst öffentlich und politikreif geworden. Es ist nicht gerade ein Zeichen von Landfrieden, wenn die Politiker erst durch illegale Gewalt auf die Legitimitätsfrage ihrer bisherigen Politik aufmerksam gemacht werden können. Aber so ist es: Was Parteien und Wirtschaftsadministrationen seit Jahren hochmütig überhörten, die zahllosen Angebote vieler Fachleute zur Reform unserer Städte, diesen pausenlosen Trommelwirbel der Gutwilligen, das konnte offensichtlich erst durch die Betroffenen selbst zu Gehör gebracht werden, mit Paukenschlägen von Gewalt.

Eine kategoriale Ablehnung des Staates komme da bei den Jugendlichen zum Vorschein – so hört man es von Seiten besorgter Verfechter eines ordnungspolitischen Demokratieverständnisses. Ein Mißverständnis, das jene Dynamik gründlich verkennt, die in den angelsächsischen Demokratien geschätzt wird, jene plebiszitäre Dialektik, daß große Visionen wie soziale Gerechtigkeit und Frieden erst dann Aussicht auf Realisierung haben, wenn sanktionsfähige Gruppen da sind, die dergleichen im Mangrovenwald der Bürokratien auch durchsetzen, Kräfte, die Parteien unter produktiven Handlungsdruck bringen. So gesehen, sind jene Initiativen betroffener Jungbürger keine Störung, sondern weiß Gott eine Bereicherung unserer Demokratie.

39 Prozent der Befragten eines repräsentativen Wählerquerschnittes der jüngsten ZDF-"Politbarometer"-Feststellung billigen sogar die Besetzung leerstehender Häuser, während 60 Prozent dagegen sind, lese ich. 63 Prozent, eine deutliche Mehrheit der Bundesbürger sogar, möchte dem Staat das Recht einräumen, leerstehende Wohnungen auch gegen den Willen der Eigentümer an Wohnungssuchende zu vergeben. Was in solchen Verschiebungen zum Ausdruck kommt, sind Anzeichen einer breiten Bürgerdemokratie in Deutschland, die substantiell anders ist als die bürokratische Demokratie der fünfziger und sechziger Jahre. Nicht "Staatsverdrossenheit" kennzeichnet die Gegenwart, sondern "Bürgerdemokratie", wenn man den Weg von der politischen Abstinenz der fünfziger Jahre (Ohne-Mich) zur demokratischen Kompetenz breiter Bevölkerungsgruppen heute, von unten, vom Bürger her, sieht.

Ruhr-Universität Bochum, März 1981, Wochen nach dem Baum-Disput im Audimax. Ich gehe an der Cafeteria vorbei. Im Fahrstuhl neue Sgraffitti: "Wir leben alle unter dem gleichen Himmel", steht da, worunter ein anderer, mit verstellter Kinderschrift, gesetzt hat: "Wir haben aber nicht alle den gleichen Horizont." An der Fahrstuhlwand gegenüber lese ich, mit dickem Filzstift geschrieben: RAF, und darunter, klein: "Rosa Alpen Fraktion: Louis Trenker läßt grüßen."

Vielleicht ist das die dickste Barriere zwischen den deutschen Generationen, denke ich. Die unter Verantwortung Ächzenden, sie können offenbar nicht mehr wahrnehmen, daß die Jüngeren heute weithin ironisch umgehen mit der Realität, witzig, ohne die Larmoyanz der Vielbeschäftigten. Ich denke an Szenen der letzten Zeit: Die Ordnungsmacht als phantasieloser, wichtigtuerischer Goliath, und dieser David, klein aber oho, tänzerisch fast, eine Pantomime, die Verständigung jenseits der Worte. Symbolisch jedenfalls bringen Jüngere oft ihre Probleme zum Ausdruck. Ihnen mißfällt eine nur verbale Kommunikation.

Tragikomisches Schattenboxen: Staatshüter, juristische zumal, sind in Gefahr, jede Berührung des Gorlebener Zauns, jedes Splittern von Glas "naturalistisch" mißzuverstehen, als sei das ein direkter Anschlag auf Verfassung, FDGO und wer weiß nicht was. Eine fatale Verfehlung der symbolischen Protest-Ebene ist die Folge. Die Staatsmacht fühlt sich gefoppt. Der König ist nackt, und nun schlägt er um sich, ein Löwe, der sich bedroht wähnt von Schmetterlingen. Wahnhafte Asymmetrie: 141 Mädchen und Jungen läßt er wegräumen, überfallartig, eine Kolonial-Straf-Expedition inside darkest Africa.

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Hier aber hört der Spaß auf, wo Einkreisungshysterie bösartig wird, gewaltblind und lebensunfroh. Schmetterlinge, habt Erbarmen!

Hans-Eckehard Bahr, Jahrgang 1928, ist Ordinarius für evangelische Theologie an der Ruhruniversität Bochum. Sein besonderes Interesse gilt der politischen Theologie und der Friedensforschung (er ist Kuratoriumsmitglied der "Deutschen Gesellschaft für Friedens- und Konfliktforschung"), wobei er sich nicht mit Rüstung und Außenpolitik befaßt, sondern (wie etwa in diesem Aufsatz) mit den gesellschaftlichen Bedingungen des Friedens.