erinnern mich daran –

nichts Neues, kaputte Natur,

aber ich vergesse das gern,

solange ein Strauch steht

Es ist ein weiter Weg vom naturmagischen Gedicht, wie es Oskar Loerke und Wilhelm Lehmann bei uns eingebürgert haben, bis hin zur umweltbewußten Poesie, dem jüngsten Zweig deutscher Landschaftsdichtung, die einen Autor wie Gregor Laschen endgültig mit der Tradition brechenläßt:"...Das Naturgedicht / ist. der letzte Text über die / Naturgedichte lange vor uns, hölzerne Suche / nach Bäumen in Gedichten ..." Aus der Verbitterung des Spätgeborenen, dem nicht viel nachgeblieben ist, dehnt Laschen seine Enttäuschung über die Zerstörung des Lebensraums auch auf die vorangegangenen Poeten aus, die seiner Ansicht nach in ihren Versen die Natur zersungen haben.

Gregor Laschen, ein entscheidendes Jahrzehnt jünger als Jürgen Becker, besitzt nicht einmal mehr Erinnerungen an die untergegangene Welt, die Becker in "Wörter im Sommer" evoziert: "... Früher – sagten wir Sommerfrische – / und die Endlosigkeit / war ein Zustand im August: Große / Ferien; im Meer der Weizenfelder. Nun / muß ich sagen, was Garben sind; die ganz Neue / Generation kennt nicht mehr (es gibt / nicht mehr) Garben ..."

Die mit oder nach der Studentenrebellion von 1968 hervorgetretenen Lyriker haben keine zusammenhängenden Landschaften und jahreszeitlich geregelten Lebensabläufe mehr vor Augen, wie etwa nach Carl Guesmer, der sagte: Grillengeräusche wuchern am Wegrand wie Unkraut; / schläfrig müht sich ein Fuhrwerk durch den Sand .. Oder: "Die Zeit ist im Ginster hängengeblieben; / der Feldweg ist eine Sanduhr, die nachgeht; / sogar der Regen spricht hier Dialekt."