DIE ZEIT

Ratlos vor leeren Kassen

Das Geheimnis eines guten Managements liegt darin, auf Veränderungen rechtzeitig zu reagieren. Diese Erkenntnis eines Exxon-Managers kann so falsch nicht sein, denn nach diesem Rezept ist der amerikanische Ölkonzern zum größten Unternehmen der Welt herangewachsen.

Tropf und Tröpfe

In der vorigen Woche haben die Jusos in Berlin einen Kongreß veranstaltet mit dem Thema „Berlin am Tropf“ (der Tropf – die Tröpfe?), bei dem Vertreter der SPD, der Gewerkschaften und der Alternativen Perspektiven für die Stadt bis ins Jahr 2001 aufzeigen sollten.

Drang zur Mitte

Frankreich will in der Mitte regiert werden." Vor Jahren hat der französische Staatspräsident Valéry Giscard d’Estaing diesen Satz geprägt.

Messerscharfe Richter

Mit einem juristischen Kraftakt hat das Kammergericht in Westberlin nun zum zweitenmal die verlorene Ehre des weiland großdeutschen Reichsgerichts wiederhergestellt.

Zeitspiegel

Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) hat vorgerechnet, daß trotz leichter Mandatsverluste die Gewerkschaften im 9. Bundestag noch immer die stärkste Interessengruppe bildeten.

„Eine Weltmacht - Donnerwetter“

Bei Windstärke drei aus Nordwest und 33 Grad Celsius im Schatten landeten Bundeskanzler Helmut Schmidt und seine Delegation am Montagnachmittag in der Wahabiten-Welt des Hauses Saud.

Worte der Woche

Es gibt einen Typ von deutschen Richtern, der kann sich nicht vorstellen, daß der Richter ein Fehlurteil fällt. Das ist ein bißchen noch das Gefühl, ich bin ein Richter von Gottes Gnaden.

Wolfgang Ebert: Was Ali wirklich braucht

Unser neuer Freund Ali ist nicht von dieser Welt. Ali ist einer aus der Dritten Welt. Ali ist einer unter Millionen Arabern und lebt heute in einem dieser Erdölstaaten, deren Namen heute jedes Schulkind kennt.

Iran: Chomeini hetzt zum Klassenkampf

Schwarzverschleierte Weiber mit schreienden Kindern an der Hand watscheln durch die einst nur einem auserwählten Publikum vorbehaltenen Ziergärten des ehemaligen Kadscharen-Palastes am Baharestan-Platz in Teheran.

Namen und Nachrichten

Die Vereinigten Staaten bauen Militärstützpunkte für die ägyptische Armee auf, die dann auch amerikanischen Truppen zur Verfügung stehen sollen.

Italien: Craxis Anspruch

Auf dem, so Craxi, „schönen Parteitag“ in Palermo wurde deutlich, in welchem Maße der Parteichef, der vor funf Jahren nur über geringen.

Libanon: Endloser Krieg

Mindestens einmal pro Woche wird im Libanon zum Waffenstillstand aufgerufen. Doch bisher haben sich die Hoffnungen noch stets zerschlagen, daß die syrische Besatzungsarmee und die christlichen Milizen sich arrangieren.

Frankreich: Stichwahl Giscard/Mitterrand

Der Ausgang der Wahlen in Frankreich ist noch offen. Wie 1974 werden Giscard, der amtierende Präsident, und sein Herausforderer auf der Linken, der Sozialist François Mitterrand, am 10.

El Salvador: Zu Verhandlungen geneigt

Im Augenblick sind die Beteiligten zwar noch damit beschäftigt, einander Vorbedingungen zu stellen. Eine Annäherung scheint aber möglich, zumal Washington seinen Widerstand gegen eine Vermittlung wenn nicht aufgegeben, so doch gemindert hat.

Der Westen als Störenfried?

Mittelstreckenraketen auf dem alten Kontinent: Das Bündnis muß endlich ein Verhandlungskonzept entwickeln

Hans Maier klärt auf: High als Soldat

Wie hält Bayerns Kultusminister Hans Maier seine fünf halbwüchsigen Töchter vom Joint ab? Bestimmt nicht so, wie sich die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung in Köln das vorstellt.

Ich leide an Deutschland

Henri Nannen, dem ehemaligen Chefredakteur des stern, wird vielleicht traurig sein, daß das ellenlange Gespräch, das der Playboy mit ihm führte, nicht erscheint.

Rundfunk-Zeit: Sind Sie in der Partei?

Der parteilose Journalist Bernhard Wördehoff wäre gern vom Deutschlandfunk zum NDR nach Hamburg gekommen. Doch davor hatte der CDU-Intendant Wilhelm Räuker den niedersächsischen CDU-Sprecher Volker Benke gesetzt.

Bremsklötze in der Lohnrunde

Die Metall-Tarifrunde dieses Jahres hat alle Chancen, ins Guiness Book of Records einzugehen. Superlative hat sie reichlich zu bieten: Sie ist die seit langem bedeutsamste, wohl auch schwierigste Runde, dazu eine der spannendsten und auf jeden Fall die längste.

Bodenspekulation: Untaugliche Rezepte

Auch am Beginn der neuen Bonner Koalition standen Hoffnungen, man könne mit steuerpolitischen Mitteln die galoppierenden Grundstückspreise wieder in den Griff bekommen.

Strukturpolitik: Der Milliarden-Flop

Das Kreditprogramm, das Bonn nach Absprache mit Paris beschlossen hat, um einerseits Petrodollars für beide Länder zu mobilisieren und andererseits Investitionen zu stimulieren, hat zwar die höheren Weihen der deutschfranzösischen Freundschaft, ob es jedoch auch unten an der Basis der Wirtschaft etwas bewirkt, ist mehr als fragwürdig.

Staatsausgaben: Wildwuchs

Zwar ist in den vergangenen Jahren die Überzeugung gewachsen, daß eine stets zunehmende Staatsquote von Übel sei. Den Wildwuchs des Anteils der staatlichen Ausgaben am Bruttosozialprodukt hat das indes nicht bremsen können.

Einzelhandel: Karnickel

Nein, als Kaninchenstall ist er sicher nicht gedacht und dafür auch nicht sonderlich geeignet, der Einkaufswagen, mit dem Supermärkte ihre Kunden verführen, ihn ordentlich vollzupacken und damit mehr zu kaufen, als eigentlich beabsichtigt.

Bonner Kulisse

Nachdem sie gerade erst halbwegs ungeschoren über das befürchtete Finanzierungsloch der Jahre 1980/1981 gekommen zu sein scheinen, und während sie noch die Schaufensterdekoration der „großen“ Rentenreform des Jahres 1984 Stück für Stück herausnehmen, droht ihnen neues Ungemach: vom Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe.

Verkaufsförderung: Zur Belohnung nach Ägypten

Sähe man es den beiden Mittdreißigern im gleichen dunkelblauen Blazer, die vor dem Hamburger CP-Hotel ihren Limousinen entsteigen, nicht ohnehin an – spätestens die unübersehbaren CC-Aufkleber auf dem Wagenheck verrieten es: die Herren gehören zur Creme.

Investment-Sparer verabschieden sich

Monat für Monat müssen die deutschen Aktien- und Rentenfonds mehr Anteile zurücknehmen als neu abgesetzt werden. Versuche, diese negative Entwicklung zu stoppen, blieben bislang erfolglos.

Zeitliches aus Italien: Der heilige Franzfiskus schlägt zu

Auf sieben fette Jahre kann das italienische Finanzamt zurückblicken. Denn seitdem 1974 die Selbstveranlagung zur Einkommensteuer eingeführt wurde, ist die Zahl der Steuerzahler fast ebenso kometenhaft gestiegen wie der Geldsegen, den die Contribuenti an die Staatskasse abführten.

Keine Sicherheit

Für viele der in ihren Preisforderungen weniger gemäßigten Öllieferländer wird es eine ganz heilsame Erfahrung. sein, wenn sie die Kräfte des Marktes auch wieder einmal aus der anderen Richtung zu spüren bekommen.

Das Öl veränderte die Handelsbilanz

Zehn Milliarden Mark betrug letztes Jahr das Pius, das die Bundesrepublik im Außenhandel erzielte. Nur selten gestalten sich die bilateralen Handelsbeziehungen ausgeglichen.

Österreich: Trost für Witwer

Die Gleichberechtigung Mannes bringt die österreichische Bundesregierung in finanzielle Verlegenheit. Ein Witwer hatte für sich die gleichen Geldleistungen verlangt, wie sie Witwen nach österreichischem Sozialrecht zustehen, und war mit seiner Beschwerde bis vor dem Verfassungsgerichtshof gegangen.

Zeitraffer

Die Wirtschaftsflaute in der Bundesrepublik hat auch eine positive Seite: Der Energieverbrauch wird in diesem Jahr im Vergleich zum Vorjahr um 3,5 bis vier Prozent sinken, sagt das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) voraus.

Manager und Märkte

Saba und Nordmende, seit dem vergangenen Jahr Schwesterfirmen unter dem Dach des französischen Unterhaltungselektronik-Riesen Thomson-Brandt, sollen künftig stärker kooperieren und vor allem in Produktion und Einkauf gemeinsame Sache machen.

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