Mainz

Wie so oft, wenn die Gesellschaft sich entschließt, wohltätig zu sein, ist der finanzielle Aufwand für das Arrangement größer als der Spendenerlös. „Ich wette, daß nicht einmal ein Drittel der Zuschauer, die uns jetzt in Österreich, der Schweiz und der Bundesrepublik Deutschland zusehen, bereit ist, nur eine Mark für die hungernden Menschen in der Sahel-Zone zu spenden. Und diese Wette möchte ich gern verlieren.“

Zu diesem Spendenaufruf an die etwa sechs bis acht Millionen Zuschauer hatte der Schauspieler Karl-Heinz Böhm am vergangenen Sonnabend im ZDF-Quiz „Wetten, daß... ?“ die letzten Sendeminuten benutzt. Und zum Beweis dafür, daß sein Einfall wirklich spontan war, riet er: „Schicken Sie das Geld einfach per Postanweisung an Ihren Bundespräsidenten.“

Wie viele einzelne Markstücke etwa bei Karl Carstens eingingen, ist nicht bekannt. Wer sich aber auf diese Wette einließ und am Montag eine Mark für die Sahel-Zone an den Bundespräsidenten überwies, der zahlte obendrauf 3,60 Mark für die Postanweisung. Nur, wer am Sonntagabend auf einem der beiden Kanäle die erste Nachrichtensendung sah, erfuhr von dem Spendenkonto, das der Mainzer Sender noch rasch bei der Post in Köln, Nr. 700 000, eingerichtet hatte. Eine Mark für die Sahel-Zone kostet auf diesem Weg nur noch 70 Pfennig.

Sollte Karl-Heinz Böhm die Wette verlieren, was das Quizpublikum bei der nächsten Sendung am 27. Juni erfahren wird, will der einstige Sissy-Partner das Geld persönlich nach Afrika bringen. Daraus könnte für den Schauspieler eine Lebensaufgabe werden.

Seit über fünf Jahren ist in diesem westafrikanischen Katastrophengebiet kein Tropfen Regen mehr gefallen, Hunderttausende verhungern, und die großangelegten Hilfsaktionen mit Nahrungsmitteln bringen keine Rettung, schieben den Hungertod nur hinaus.

Erfolg hatten bisher kleine, private Hilfsaktionen, die nicht Nahrungsmittel, sondern Geld brachten und es persönlich den Bauern in die Hand gaben, bei der Verteilung also die Regierungen der Länder übergingen.