DIE ZEIT

Gestolpert über das Gemeinwohl

Was darf die Politik? Wer und was soll entscheiden? Was immer an Absichten, Motiven und Gründen den Rücktritt von Hamburgs Bürgermeister Hans-Ulrich Klose mitbestimmt haben mag: indem er diese Fragen aufgeworfen hat, markiert er eine neuralgische Zone in der Politik hochindustrieller, moderner Gesellschaften.

Traut ruhig denen unter Dreißig

Der Zürcher Sozialphilosoph Hermann Lübbe sagte es mit dankenswerter Offenheit: "Das Vergnügen an demoskopischen Gegenständen ist alsdann das Vergnügen, das wir aus der Genugtuung ziehen, in unseren Vermutungen oder auch Vorurteilen recht behalten zu haben.

Gerät die FDP ins Schleudern?

So hatten sich die Liberalen ihren Parteitag nicht vorgestellt. In aller Gründlichkeit sollte am Wochenende in Köln das ökologische Aktionsprogramm und das Antidrogenprogramm beraten werden.

Paris tanzt

Was war die letzte Amtshandlung des scheidenden französischen Außenministers Jean André François-Poncet? Eine Rede zu Ehren – Heinrich Heines; mit ihr eröffnete er, dessen Vater einst als französischer Botschafter in Berlin Heinrich Mann 1933 vor der Verhaftung warnte, eine Heine-Ausstellung und einen Heine-Kongreß des Goethe-Instituts; es war der 19.

Zeitspiegel

Die politische Schlacht in Bonn gegen das Privatfernsehen ist fast verloren, da erwacht andernorts neuer Widerstand: Der „Klingenmünster Kreis“, nach einem Dorf in der Eifel benannt, bezeichnet sich als „Verein zur Förderung des naheliegenden Gedankens, daß wir nicht mehr Fernsehen brauchen“.

Treffen Schmidt-Mitterrand: Ein vielversprechender Anfang

Eigentlich wollten sie nur eine gute Stunde miteinander reden, dann wurden dreieinhalb daraus. Das vor allem Dank der Vermittlung Willy Brandts zustande gekommene sonntägliche Treffen zwischen Helmut Schmidt und François Mitterrand verlief überraschend unverkrampft.

Wolfgang Ebert: Das rote Schaf

Die Sache ist uns ziemlich peinlich, schon wegen der Nachbarn, aber auch wegen der Behörden, dieuns jetzt schärfer auf die Finger sehen werden.

Ordnung geht vor Recht

Der Landrat wurde für seine Härte ausgezeichnet. Helmut Brümmer, bundesweit bekannt geworden, weil er den langen Marsch nach Brokdorf per Verwaltungsdekret verbieten ließ, konnte sich vor kurzem das Bundesverdienstkreuz 1.

Alternative unter demoskopischer Lupe: Die "reinen" Leute für eine bessere Sache

Wer sind die Wähler, die durch ihre Stimmen für die Alternative Liste (AL) die Bildung einer neuen Regierung in Berlin unter so erschwerende Bedingungen gestellt haben, daß die etablierten Parteien damit nicht fertig werden? Was signalisiert, ihre Entscheidung wirklich? Das Rätselraten darüber hat mit der ersten Hochrechnung am Abend des Berliner Wähltags begonnen und es dauert noch an.

Schmutzige Politik, schmutziges Geld?

Der kleidsame Titel Schatzmeister, mit dem sich hierzulande die Verwalter von Parteifinanzen schmücken dürfen, erscheint bei näherer Betrachtung kaum als Ausgleich für das ihnen stets drohende Ungemach.

Der Reform ein Ende setzen

In Polen ist heute schwer zu sagen, was der morgige Tag bringt. Die Krise im Land spitzt sich immer mehr zu, obwohl das von manchen, die gegenwärtig in der Regierung sind, nicht selten geleugnet wird.

Spanien: Wird die Wahrheit vertuscht?

Einen Tag nach dem Geiseldrama ging Spanien in einer Mischung aus Erleichterung und ungläubigem Staunen daran, die Einzelheiten des fast 37stündigen Überfalls auf die Zentralbank von Barcelona zu analysieren.

Italien: Peinliche Affäre

Schon vor Monaten hatte der christdemokratische Parteichef Piccoli von einer „internationalen Freimaurerverschwörung“ geredet und sich deshalb den Vorwurf des Gespensterglaubens zugezogen.

Pazifismus in Deutschland

Der Pazifismus hat es in Deutschland nie leichtgehabt. Bereits 1892, nach der Gründung der Deutschen Friedensgesellschaft, schrieb (die spätere Friedensnobelpreisträgerin) Bertha von Suttner an den Mitgründer Alfred H.

„An alle Christen“

In Aufnahme und Weiterführung dieser Forderung erklären wir: „Ich bin bereit, ohne den Schutz militärischer Rüstung zu leben.

Noch einmal:: „Wetten, daß...?“

Über einen originellen Spendenaufruf in der ZDF-Quizsendung „Wetten, daß...?“ hatten wir in der vorigen Woche berichtet. Der Schauspieler Karl-, heinz Böhm hatte diesen schönen Einfall: „Ich wette, daß nicht einmal ein Drittel der Zuschauer, die uns jetzt in Österreich, der Schweiz und der Bundesrepublik Deutschland zusehen, bereit ist, nur eine Mark für die hungernden Menschen in der Sahel-Zone zu spenden.

Monopol in Nöten

Der schleswig-holsteinische CDU-Ministerpräsident Gerhard Stoltenberg ließ am vergangenen Wochenende als erster die Katze aus dem Sack: Jährlich 1,6 Milliarden Mark mehr als bisher wollen die Rundfunk- und Fernsehanstalten der ARD und des ZDF von 1983 an von Hörern und Zuschauern kassieren.

Energiesparen: Pfennigfuchser

Energiesparen ist populär, was liegt da näher, als sich mit Vorschlägen eben zum Energiesparen zu profilieren? Das dachte wohl auch ein Arbeitskreis der CDU des Rheinlandes und gab flugs ein Gutachten heraus.

Europäische Gemeinschaft: Privilegien

Ein Streikrecht wird nicht eingeräumt. Das Recht zum Streik nimmt man sich. Nach diesem Motto verfahren die Beamtenorganisationen bei der Europäischen Gemeinschaft in Brüssel.

Stahlindustrie: Streit ohne Ende

Der Zwist in der europäischen Stahlindustrie geht weiter. Die Klöckner-Werke fühlen sich von ihren Konkurrenten und der Europäischen Kommission ungerecht behandelt; die übrigen Werke werfen Klöckner unverschämte Forderungen vor.

Schuldenmachen treibt die Zinsen: Rücksichtsloser Staat

Besonders unmittelbar und schmerzhaft verspüren es, seit vielen Monaten schon, Hunderttausende von Eigenheimbesitzern, die noch in Zeiten eines günstigeren Zinses gebaut und ihre künftigen Belastungen entsprechend kalkuliert hatten.

Bonner Kulisse

Dem nordrhein-westfälischen Sozialminister Friedhelm Farthmann hat sich eine neue Perspektive aufgetan – doch es scheint, als habe er noch nicht alles wahrgenommen, was sich da alles vor ihm ausbreitet.

Mitbestimmung: Ein Exportartikel?

Während seines Besuches in den USA wurde Bundeskanzler Helmut Schmidt auf dem Kapitol, dem Sitz des amerikanischen Parlaments, eine überraschende Frage gestellt.

Kreditgewerbe: Der Fluch der Expansion

In der ZEIT Nr. 22 wurden die Risiken beschrieben, mit denen Banken und Sparkassen heute zu tun haben. Viele von ihnen haben den Ausweg in der Geschäftsausweitung gesucht, die ihnen wichtiger war als die Erträge.

IG Metall: Solidarität per Dekret

Verordnete Solidarität ist noch nie gelaufen“, kommentiert ein überzeugter Gewerkschafter erbost. „Das hätte auch unser Vorstand wissen müssen.

Arbeitslosenversicherun: Der Trick 59

Die Bundesanstalt für Arbeit braucht in diesem Jahr einen Zuschuß von über acht Milliarden Mark aus dem Bundeshaushalt. Neben der hohen Arbeitslosigkeit gilt der „Mißbrauch des sozialen Netzes“ als eine der Ursachen für die Kostenexplosion.

Siemens-Datenverarbeitung: Opfer der Verluste

Wild entschlossen“ sei Siemens, das Computer-Geschäft weiter auszudehnen, und zuversichtlich, es „eines Tages gewinnbringend zu gestalten“, verkündete Anfang Februar der neue Vorstandsvorsitzende Karlheinz Kaske bei seiner ersten Pressekonferenz in München.

Japan: Hohe Hürden für Importautos

Der japanische Kraftfahrzeugmarkt ist der liberalste der Welt“, so meldet sich der Verbandspräsident der japanischen Automobilhersteller, Nissan-Chef Ishihara, stets zu Wort, wenn es gilt, ausländische Behauptungen über Einfuhrhindernisse zu widerlegen.

Zeitraffer

Rund dreißig Millionen Erwerbstätige werden in den westlichen Industrieländern bis Zum Jahresende ohne Arbeit sein, schätzt der Gewerkschaftsausschuß der OECD.

Manager und Märkte

Johannes Völling, der Vorsitzende des Vorstands der Westdeutschen Landesbank, und seine Vorstandskollegen haben die schlimmsten Angstpartien hinter sich.

Israel: Konsumrausch vor den Wahlen

Israels Importeure sind offenbar nette und dankbare Menschen, die erwiesene Wohltaten nicht vergessen. Jedenfalls fühlten sie sich gedrängt, in den Zeitungen des Landes umfangreichen Anzeigenraum zu kaufem, um „Kraft und Wagemut von Finanzminister Yoram Aridor“ zu preisen.

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