„Danke, ich kann nicht annehmen. Ich sehe noch zu gut.“

Peter Ustinov, Schauspieler und Tennis-Fan, auf das Angebot, In Wimbledon als Linienrichter zu amtieren.

Axel, unser Segen

Axel Springer ist mit seiner Bild- Zeitung ein Segen für uns kleine Leute“, heißt es auf Seite eins des Wochenspiegel. Das Blättchen wird in einer Auflage von 650 000 in Nürnberg und Umgebung kostenlos verteilt und ist ein von einem Supermarkt finanziertes Anzeigenblatt, Die Blättchenmacher schreiben weiter: „Die lustigen Geschichten mit den pfiffigen Überschriften darf man zwar nicht ganz so ernst nehmen, aber für die Brotzeit sind sie genau das richtige.“ (Eine Kostprobe vom 4. Juni 81: „Lebenslänglich! „Dr. Herzog‘ schrie und spuckte.“) Der kleine Wochenspiegel veröffentlichte auch ein Photo des segensreichen Verlegers Springer und schreibt dazu: „Je höher die Auflagen seiner Zeitungen stiegen, desto einsamer wurde der Verleger selber.“ Und desto leidender, wie er unserem Spaziergänger Ben Witter anvertraute: „Ich leide wie ein Hund darunter, daß manches in meinen Blättern steht, womit ich überhaupt nicht einverstanden bin. Und wie oft leide ich, wenn ich morgens die Bild-Zeitung lese. In Hunderten von Briefen beschwor ich die Chefredaktion, alles zu unterlassen, was gegen die Würde des Menschen verstößt.“ (ZEIT Nr. 51/80) Da aber muß der Nürnberger Wochenspiegel dem einsamen Mann an der Mauer energisch widersprechen: „In Springer-Blättern“, so belehrt er, „ist die Menschlichkeit wichtiger als defätistische Kritik.“ Muß Axel nun auch den Chefredakteur des Nürnberger Wochenspiegel beschwören?

Zirkus vor dem Bankschalter

Vom Zauberkünstler bis zur Vorführung preisgekrönter Rassehunde gibt es kaum eine Attraktion, die den Kunden der New Yorker Manhattan Savings Bank noch nicht geboten wurde. In ihrer Schalterhalle an; der Madison Avenue finden neben der Ausstellung von Motorbooten und antiken Autos regelmäßig Klavierkonzerte statt. Billardturniere werden abgehalten, und zu Weihnachten kommt der Kunde sogar in den Genuß künstlerischer Darbietungen auf dem Bis. Bedenklich unseriös erscheint gar manchem Nadelstreifen-Banker dieser Zirkus in der Sparkasse, der mit traditioneller Kundenwerbung nicht mehr viel zu tun hat. Jean Madsen, zuständig für Öffentlichkeitsarbeit unter dem Stichwort Unterhaltung, sieht dagegen in der Vielfalt der Veranstaltungen die Tradition ihrer Bank. „Seit 25 Jahren sind wir darum bemüht, für unsere Kunden eine angenehme Atmosphäre zu schaffen, und sie lieben es.“ Die angesammelte Menge vor dem „mexican hairless“, Star der diesjährigen Hundeschau, scheint ihr recht zu geben. Für Tage ist die rosa-bräunliche Kreatur ohne Fell Thema Nummer eins unter Grundstücksmaklern, Anwälten und Konkurrenz-Bankern. Offensichtlich machen Kuriositäten am Bankschalter sich auch bezahlt. Verglichen mit anderen Instituten hat die Manhattan Savings Bank im letzten Jahr ein gutes Geschäft gemacht.

Zwiebeln auf den Ohren

Unser Bundespräsident befindet sich in guten Händen. Frau Dr. Veronica Carstens ließ im Pressedienst des Kneipp-Bundes verlauten: Gegen eine Mittelohrentzündung nehme man eine Zwiebelscheibe vor und hinter das Ohr und obendrauf eine Kartoffelpackung. In über 90 Prozent der Fälle habe sie damit Erfolg gehabt. Warum also Penicillin nehmen? Unsere Landesmutter: eine grüne, eine alternative Medizinerin gar?