Gegenwärtig sinkt der Goldpreis so rasant, daß alle Sparer aufatmen, die ihr Geld in festverzinsliche Papiere gesteckt haben. Der Preis für eine Feinunze näherte sich am Wochenbeginn der 400-Dollar-Grenze. Die Bedeutung dieses Preises erschließt sich nur im Vergleich. Er ist hoch, wenn man an die Zeiten denkt, da eine Feinunze noch für 35 Dollar zu haben war. Er ist niedrig, mißt man ihn an seinem Höchststand von 850 Dollar, der am 21. Januar 1980 erreicht worden war.

Was hat man schon alles an Erklärungen für diese Preissprünge vorgetragen. Der Goldpreis ist das Spiegelbild des Dollarkurses, hieß es bis zur Stabilisierung des Dollar im November 1978. Als das nicht mehr mit der Wirklichkeit übereinstimmte, sagte man, der Goldpreis sei zum Gradmesser weltpolitischer Spannungen geworden. Wenn diese Erklärung absolut stimmte, dann müßte der Goldpreis angesichts der Spannungen in der Weltpolitik jetzt zumindest steigende Tendenz haben. Aber er sinkt. Denn der Preiseinbruch ist die Reaktion auf die Flucht spekulativer Gelder aus dem Gold in den Dollar, angelockt durch die hohen US-Zinsen.

Es gibt keine Erklärung für den Preis des Goldes, die ein für allemal gültig wäre. Deshalb sind Preisprognosen so schwierig. Deshalb sollen auch alle rentabilitätsbewußten Kleinsparer ihre Finger vom Gold lassen. R. H.