Ein solcher Erfolg wäre wahre Gentechnik und dazu eine Arbeit mit potentiell gewaltigen Auswirkungen auf die Nahrungsmittelversorgung der Menschheit. Die "Grüne Revolution" verhalf der Dritten Welt zu äußerst ertragreichen Reis- und Weizensorten. Doch diese Super-Sorten brauchen teuren Stickstoffdünger und viele Schädlingsbekämpfungsmittel, so daß sie nur für reiche Bauern von Nutzen sind. Schätzungen zufolge wirft ein durchschnittliches indisches Reisfeld nur etwa zehn bis fünfzehn Prozent der Ernte ab, die mit ausreichender Stickstoffdüngung möglich wäre. Eine gentechnisch konstruierte, stickstoffbindende Reissorte, die überdies gegen Krankheiten widerstandsfähig ist, wäre deshalb wahrhaft revolutionär: Sie würde nicht nur die Durchschnittserträge dramatisch erhöhen, sondern auch den Bedarf an teueren Agrochemikalien aus den Industrieländern reduzieren.

Die Fortschritte bei der Entschlüsselung der biologischen Stickstoffbindung erscheinen nun als so groß, daß ein praktischer Erfolg noch vor Ende dieses Jahrhunderts möglich werden könnte. Robert Walgate