DIE ZEIT

Das Di-Charles-Syndrom

Am Mittwoch um 10.35 Uhr wird Lady Di mit Ihrem Vater, dem Earl Spencer, im Clarence House der Königinmutter abgefahren, um 10.

Der Vorhang senkt sich...

Der Zahlenschleier verbirgt die Wirklichkeit. In Wahrheit geht es in diesen Tagen, in denen so viel von Milliarden die Rede ist, nicht um Geld, sondern um politische Moral.

Öl-Dunst

Es ist nur wenig übertrieben: Einige Hamburger Senatoren haben offenbar erst am vergangenen Wochenende gemerkt, daß die Hansestadt auch einen Ölhafen hat, deshalb gar nicht so selten von Tankschiffen angelaufen wird und daß dabei allerhand schiefgehen kann.

Geräusche und Nebengeräusch

Für große Hoffnungen reicht es noch nicht, aber immerhin: Der Termin für die Raketen-Verhandlungen rückt näher, und einige Ausgangspositionen werden erkennbar.

Zeitspiegel

Bei dem großen Sparprogramm geht es fast unter: Bildungsminister Björn Engholm, schon jetzt knapp bei Kasse, würde von weiteren Kürzungen so hart betroffen, daß ihm zum Leben zuwenig, zum Sterben zuviel bliebe.

Eine Fehlfarbe in der bayerischen Politik

Die Affäre, die in der vergangenen Woche für zwei Tage die CSU durchschüttelte, kann man getrost zu den Akten legen: sie hat ohnehin gute Aussichten, über kurz oder lang, in dieser oder jener Form wiederzukehren.

West-Berliner Szenen: "Steh auf, nimm dein Bett und komm"

Das erste Gespräch, das Helmut Gollwitzer mit Berliner Hausbesetzern führte, kam durch einen Zufall zustande. Aus "ökologischen Gründen" wollte der emeritierte Theologieprofessor seinen beheizten Swimmingpool durch ein ungeheiztes, abdeckbares Becken ersetzen.

Die zwei Gesichter des Helmut Schmidt

Seit dem Herbst vorigen Jahres hat das Bild Helmut Schmidts Glanz eingebüßt. Nicht einmal sonderlich effizient schien der Bundeskanzler mehr zu sein, und das war doch immer seine Stärke gewesen; geschweige denn, daß viel von einer eigenen politischen Handschrift deutlich geworden wäre.

Hinter verschlossener Tür

Selten ist das Geschäft der Bonner Auguren so schwierig gewesen wie bei dem mühsamen Versuch der Koalition, die Staatsfinanzen wieder ins Lot zu bringen.

Waffenruhe im Libanon: Begin im Kreuzfeuer

In Israel waren schon immer viele Redensarten im Umlauf. "Wir haben keine Alternative", heißt die eine; die andere: "Notfalls allein gegen den Rest der Welt.

Der Boß wurde erwischt

Ronald Reagans konservativer Wahlsieg lag in dem unerfüllbaren Versprechen beschlossen, die abgewirtschaftete Administration von Washington auszutauschen gegen die unverbrauchte Wirklichkeit patriotischer Ideen und republikanischer Rechtschaffenheit.

Wolfgang Ebert: Sparen tut weh

"Wird die Operation gelingen?" fragte ich. Sie zuckte mit den Achseln. "Das Rezessionsfieber ist ziemlich hoch, das Wachstum ist durch eine Schrumpfniere gefährdet, den öffentlichen Körperschaften droht die Auszehrung, und dazu kommt noch eine geschwollene Stagflation.

Demonstrationsrecht: Nürnberger Vor-Urteile

Es gehört wohl zum Geist der Gesetze, daß er in sein Gegenteil verkehrt werden kann: Die Vorschrift unseres Strafgesetzbuches, wonach es zumal der Presse verboten ist, aus Anklageschriften zu zitieren, soll dem Ehrenschutz von Bürgern dienen, die von der Staatsgewalt verfolgt werden, aber noch nicht verurteilt sind.

Iran: Alle Macht den Mullahs

Dem entmachteten Iranischen Präsidenten Bani-Sadr gelang die Flucht nach Frankreich. Sein Nachfolger Radschai ließ sich mit großem rhetorischem Aufwand feiern.

Italien: Nur kaltes Kalkül

Nachdem der Alfa-Romeo-Direktor Sandrucci und der christdemokratische Kommunalpolitiker Cirillo nach bangen Wochen im "Volksgefängnis" der Roten Brigaden zu ihren Familien zurückgekehrt waren, gab es Hoffnung, daß auch Roberto Peci, der entführte Bruder eines Ex-Terroristen, der mit der Justiz zusammenarbeitet, von Rache verschont würde – trotz des "Todesurteils", das die Rot-Brigadisten verkündet haben.

Seid bewegt, Milliarden!

Zwar ruht Bonn, das ja auch eine Touristenstadt ist, nicht in völliger Sommerstille. Aber seit die großen Ferien in Nordrhein-Westfalen eingezogen sind, gehen Handel und Wandel doch gemächlicher dahin.

Spanien: Kommunisten streiten um den rechten Kurs

Santiago Carillo muß sich wie in einer fremden Welt gefühlt haben. Als habe es seinetwegen niemals Differenzen gegeben, wurde Carillo auf dem Parteikongreß der spanischen Kommunisten minutenlang mit Beifall überschüttet.

Noch immer ist Franz Josef Strauß ein politisches Ereignis. Doch mit der Ministerpräsidentschaft in Bayern, so glauben Kritiker, begann der Abstieg – neuerdings beschleunigt durch kleingewirkte Hauskräche und Pressefehden mit Weggenossen von ehedem. Ist der kaum kaschierte Zusammenstoß mit Kultusminister Hans Maier der letzte Akt im bayerischen Königsdrama?: Der lange Abschied

Noch immer ist Franz Josef Strauß ein politisches Ereignis. Doch mit der Ministerpräsidentschaft in Bayern, so glauben Kritiker, begann der Abstieg – neuerdings beschleunigt durch kleingewirkte Hauskräche und Pressefehden mit Weggenossen von ehedem.

Schülerkleidung: Auf leisen Sohlen

Wenn es um Fußkleider geht, hat das schwäbische Städtchen Herrenberg bei Stuttgart eine große Tradition. Vor fünfhundert Jahren zog der Herrenberger Bauernsänger und Bildhauer Jerg Ratgeb unter der Flagge des "Bundschuh" gegen die adelige Herrschaft zu Feld und wetterte unter anderem auch gegen höfische Tracht.

Münchner Gammlertreffen: Lieber Barny,

Und wie Ihr zwei, die man in der Münchner Szene Max und Moritz nannte, damals dem Wirt, mit dem Ihr Zoff hattet, nachts die Tür zur Kneipe zugemauert habt, und der dann morgens mit doofem Gesicht davorstand, und Ihr das, um die Ecke lugend, photographiert habt.

Rausch und Realität

Eine objektive Darstellung des Rauschmittels Haschisch gibt es nicht. Es gibt eine gewaltige internationale Bürokratie von Medizinern und Juristen, deren Beruf es ist, Haschisch zu bekämpfen.

Der nächste Unfall kommt bestimmt

Die angesehene Hamburger Reederei, unter deren Schornsteinfarben eine der größten deutschen Handelsflotten die Weltmeere befährt, möchte anonym bleiben.

Arbeitsmarkt: Widerspruch

Eineinviertel Millionen Arbeitslose – und doch Überbeschäftigung und Arbeitskräftemangel? Diesen Widerspruch aufzulösen, ja auch nur zu erklären, bemühen sich Arbeitsmarktpolitiker seit Jahren, seit die Arbeitslosenzahl über eine Million stieg und sich dann knapp unter der Millionengrenze einpendelte.

Verkehrspolitik: Später Dialog

Bisher haben sich beide Parteien vor allem über die Medien die gegenteiligen Argumente um die Ohren geschlagen. Kaum hatte der Innenminister das Auto als Umweltverschmutzer angeprangert, dementierte die Industrie.

Quellensteuer: Schreckgespenst

In Bonn ist die Einführung einer Quellensteuer auf Kapitalerträge aus festverzinslichen Wertpapieren und Spareinlagen noch längst nicht vom Tisch.

Rhein-Main-Donau-Kanal: Sparen lehrt denken

Seit Jahren bezweifeln Kritiker, daß der Bau des Rhein-Main-Donau-Kanals ökonomisch sinnvoll ist Doch erst jetzt da sie in finanziellen Nöten ist will die Bundesregierung das umstrittenste deutsche Bauprojekt endgültig stoppen.

Bonner Kulisse

Oh Wunder: Ein Abgeordneter des Deutschen Bundestages, noch dazu einer aus den Reihen der Union, überdies noch dem CDU-Wirtschaftsrat angehörend, wagte es, die Hand, nein die Stimme gegen den größten deutschen Multi zu erheben, gegen Siemens.

Paris: Prioritäten

Der Kampf gegen die Arbeitslosigkeit hat für den sozialistischen französischen Präsidenten Francois Mitterrand "Priorität vor allen anderen Prioritäten".

Europäische Gemeinschaft: Maggie stand Modell

Nun schlägt Bonn in Brüssel den gleichen Ton an wie die britische Premierministerin Margret Thatcher. Mit der Forderung, sie wolle "ihr Geld" zurückhaben, hatte die eiserne Lady die Gemeinschaftspartner so lange genervt, bis ihr für 1980 und 1981 eine Rückvergütung von insgesamt 6,2 Milliarden Mark auf die britischen Einzahlungen an die Gemeinschaftskasse zugestanden wurde.

Diäten: Nur recht und billig

Die Abgeordneten des Bundestags, so hatte Wolfgang Hoffmann in der ZEIT vom 10. Juli vorgerechnet, nehmen bei sechsjähriger Zugehörigkeit zu dem Hohen Hans monatlich 18 000 Mark ein.

Lob der "Dreifaltigkeit" des Wassers

Am 30. August ist "Sprudelfeier" in Bad Nauheim. Geistliche und weltliche Würdenträger werden wie alljährlich antreten, um Thermalsole und Säuerlinge zu preisen, denen die Stadt seit Jahrhunderten einen Teil ihres Wohlstandes verdankt.

Börsen-Report: Zinsrätsel

Als zu Beginn dieser Woche die neuen Konditionen für die Daueremissionen des Bundes bekanntgegeben wurden, gab es bei den Rentenhändlern spöttische Kommentare.

ZEIT spart Geld

Obwohl die Renditen am Kapitalmarkt In den letzten Tagen etwas gesunken sind, hat sich der Bund entschlossen, für seine Daueremissionen einen höheren Zins zu bieten.

Gespräche am Bankschalter: Aktien schlagen Anleihen

Seit Jahresbeginn war am deutschen Aktienmarkt viel Geld zu verdienen. Wer dem Reiz der hohen Zinsen widerstanden und mit seinem Geld die "richtigen" Aktien gekauft hat, kann heute beträchtliche steuerfreie Kursgewinne realisieren.

Japan: Die Ampel zeigt Gelb

Letzte Woche meldete der japanische Verband der Automobilhersteller einen neuen Rekord: Im ersten Halbjahr 1981 hatten die elf Autokonzerne des Inselreiches 5,64 Millionen Kraftwagen produziert; mehr als je zuvor in sechs Monaten.

Schallplattenmarkt: Pop ohne Pep

Weil es dich gibt", stöhnte der junge Mann ins Mikrophon. Seine Single von der Plattenfirma Metronome wurde dafür im Frühjahr von der Deutschen Phono-Akademie mit dem Deutschen Schallplattenpreis des Jahres 1981 bedacht.

Polnische Wirtschaft: Vor dem Zusammenbruch

Hungermärsche in polnischen Städten, Plakate mit der Aufschrift "Wir haben Hunger", Kürzung der ohnehin knappen Fleischrationen, leere Regale in den Geschäften, lange Käuferschlangen dort, wo es gelegentlich etwas gibt – die polnische Wirtschaftskrise verschärft sich immer mehr.

DDR: Teure Liebe zum Auto

Ihr habt ja euren Benzinpreis schon wieder raufgesetzt", beschwerte sich ein Westberliner. An. einer Ostberliner Intertankstelle, wo Sprit nur gegen Westgeld abgegeben wird, mußte er mehr zahlen als bei seinem letzten Besuch.

Zeitraffer

Die schwache Mark hat auch ihre starke Seite: Sie hat die Auslandsnachfrage belebt und damit die anhaltende Schwäche der Inlandskonjunktur etwas auffangen können.

Manager und Märkte

Der japanische Autohersteller Suzuki hatte in diesem Jahr keine glückliche Hand mit seiner Reklame in der Bundesrepublik: Im Frühjahr hatten die Importeure, die Suzuki Motor Handels GmbH in München, mit einem als Scheich verkleideten Menschen geworben, der sich über den vorgeblich niedrigen Spritverbrauch der Suzuki-Autos ärgerte.

Not lehrt beten

Wersig: Eine Durchschnittszahl sagt hier wenig aus, weil die Preisentwicklung in den einzelnen Produktgruppen sehr unterschiedlich ist.

+ Weitere Artikel anzeigen