Wieder einmal sind amerikanische Militäreinrichtungen das Ziel niederträchtiger Bombenanschläge. Wieder einmal: Während des Vietnamkrieges schon hat sich die Rote Armee Fraktion zu derlei verbrecherischen Anschlägen hinreißen lassen. Sie waren damals so wenig repräsentativ für die Gefühle der Westdeutschen wie heute.

Es mag in unserem Land Auseinandersetzungen über die beste Art der Abschreckung und Verteidigung geben, auch Dispute über Neutronenbomben oder neue Mittelstrecken Waffen auf bundesrepublikanischem Gebiet. Aber es gibt nur wenige Menschen hierzulande, die sich derzeit eine Verteidigung der Bundesrepublik und Westeuropas ohne die Vereinigten Staaten, ohne ihre Soldaten und ohne ihre Waffenarsenale vorstellen können. Es wäre fatal, wenn kriminelle Elemente neue Schatten auf die deutsch-amerikanischen Beziehungen werfen und in Washington die Zweifel an Sinn und Zweck der Stationierung amerikanischer Truppen in der Bundesrepublik wiederbeleben würden.

Europa braucht Amerika, wie Amerika Europa braucht. Niemand sollte sich zu Äußerungen und Handlungen hinreißen lassen, die dieses Grundprinzip am Ende gefährden. Den Amerikanern gilt unsere Sympathie. Bomben und Molotow-Cocktails vermögen daran nichts zu ändern.

Th.S.