Mindestens 15 000 Lehrer sind zur Zeit ohne Stelle

Von Michael Schwelien

Zum Beginn des Schuljahres 1981/82 waren die Aussichten für Lehrer, nach dem zweiten Staatsexamen eine Stelle zu bekommen, schlechter denn je. Eine Rundfrage bei den Kultusministerien der Länder ergab folgendes Bild.

Baden-Württemberg: Das Kultusministerium zieht die Zahlen von den beiden Einstellungsterminen Frühjahr und Sommer 1981 zusammen. Von 5410 Referendaren wurden 2965 eingestellt. 2445 erhielten also Absagen, wurden auf Wartelisten gesetzt oder bekamen einen „Zwischenbescheid“. Wer einen „Zwischenbescheid“ erhält, hat eine Chance, eine Stelle als Nachrücker zu bekommen. Bis heute war jeder fünfte der 975 Bewerber mit Zwischenbescheid so glücklich, nachrücken zu können. Zu den rund 2200 Absagen, die sich aus diesen Zahlen ergeben, müssen allerdings noch 1170 sogenannte Altwarter hinzugezählt werden, die auch in diesem Jahr keine Stelle bekamen.

Besonders mißlich ist die Lage der Grund- und Hauptschullehrer: von 1950 Neubewerbern erhielten nur 685 Zusagen. Die 120 Bewerber für Sonderschulen wurden indes alle eingestellt.

Nur Berlin stellt alle ein

Bayern: Das Kultusministerium erklärte vor kurzem, es habe für den Landeshaushalt 1981/82 noch einmal 2632 „neue Stellen“ geschaffen. Dies sind freilich Stellen, die bereits besetzt waren. Die Lehrer hatten nur Zeitverträge, die jetzt in dauerhafte Verträge für Beamte oder Angestellte umgewandelt wurden. Von 3270 Gymnasiallehrern, die sich jetzt neu oder zum wiederholten Male beworben haben, bleiben unterdessen nach Angaben des Kultusministeriums 1283 ohne Beschäftigung.