Wer hinter das Geheimnis von Albert Speer komme, habe das Geheimnis des Dritten Reiches ergründet, sagte einmal ein britischer Historiker. Es war die alte Geschichte von Faust und Mephisto. Ein gutaussehender Mann aus großbürgerlichem Hause, gebildet und talentiert, ließ sich blenden vom Glanz der Macht und vom Zauber der Technik. Man legte ihm „die Welt zu Füßen“ – so seine eigenen Worte.

„Ein zweiter Schinkel“ wollte er werden und ward doch nur des Teufels Architekt, allmächtiger Rüstungsminister, schließlich Komplize gigantischer Verbrechen. Er bekannte sich zu seiner Verantwortung und hat dafür gebüßt. Die Spandauer Gefängnis-Tagebücher werden seinen Ruhm als Baumeister überdauern. Hernach lebte und webte er in seiner Vergangenheit und seiner Schuld, als geduldige, freundlich-distanzierte Auskunftei der Zeitgeschichte. 35 Jahre nachdem er mit List und Glück dem Galgen entronnen war, ereilte ihn der Tod – in einem britischen Krankenhaus, kj.