DIE ZEIT

Faust und Mephisto

Wer hinter das Geheimnis von Albert Speer komme, habe das Geheimnis des Dritten Reiches ergründet, sagte einmal ein britischer Historiker.

Ein Quantum Angst frei flottierend

Soviel stimmt auf jeden Fall: Angst ist aufs neue ein Thema. Es beherrscht die zeitgenössische Literatur. Die westdeutschen Protestanten haben einen ganzen Kirchentag organisiert, um sich der modernen, auch der modischen Ängste zu erwehren: "Fürchtet Euch nicht!" Einen einzigen lapidaren Satz wirft die Jugend der älteren Generation als Erklärung, Entschuldigung ihres Aussteigens oder Aufbegehrens hin: "Wir haben Angst.

Reform und Kohle

Lange Gesichter, gemischte Gefühle: Das doppelte Jubiläum, mit dem Polen diese Woche begann, bewirkte nirgends ungeteilte Freude.

Anschläge auf die Freundschaft

Wieder einmal sind amerikanische Militäreinrichtungen das Ziel niederträchtiger Bombenanschläge. Wieder einmal: Während des Vietnamkrieges schon hat sich die Rote Armee Fraktion zu derlei verbrecherischen Anschlägen hinreißen lassen.

Falsche Moral

Der Hauptmann aus dem DDR-Ministerium für Staatssicherheit, Günter Guillaume, sorgt wieder einmal für Unruhe in seinem Nachbarland.

Zeitspiegel

Frankreich setzt seinen Wein-Krieg gegen Italien fort. Nachdem französische Weinbauern Anfang August italienische Frachter gestürmt hatten, um den „feindlichen“ Wein durch Dieselöl zu verseuchen, versuchen die Franzosen jetzt auf dem Verwaltungswege, die Weinfässer aus dem Nachbarland aufzuhalten.

Einmarsch in Angola: Pretoria setzt auf die Waffen

Der südafrikanische Vorstoß nach Angola ist der bisher deutlichste Beweis dafür, daß die Regierung in Pretoria sich von Verhandlungslösungen für Namibia abgewandt hat und eine „militärische Lösung“ anstrebt.

Worte der Woche

„Das hat nichts mehr mit Energiesparen, sondern nur noch mit dem unbezähmbaren Drang zu tun, alles zu dirigieren, zu kontrollieren und möglichst viel zu verbieten, Die FDP wird sich mit derart abwegigen Ideen nicht lange aufhalten.

„Wir tappen im Dustern“

In der Sitzung des erweiterten FDP-Präsidiums am Montag bemerkte der niedersächsische Abgeordnete Detlef Kleinen, er habe den Eindruck, bei so viel Stille müsse wohl etwas im Busch sein.

Treffen zwischen Reagan und Begin: Der Ton wird härter

An „hochemotionale Zusammenstöße“ erinnerte sich Ex-Präsident Jimmy Carter, als er kürzlich über Menachem Begin sprach. Tage-, wochen-, ja monatelang habe er mit ihm verhandeln müssen, während Begins Berater einer Übereinkunft längst geneigter gewesen seien als der israelische Ministerpräsident selbst.

Wiener Mordanschlag: Terror im Ersten Bezirk

Am leisten Samstag starben, bei einem Anschlag auf die Wiener Synagoge zwei Menschen unter den Feuerstößen palästinensischer Terroristen; zwanzig weitere, darunter zwei Polizisten, wurden zum Teil schwer verletzt.

Wolfgang Ebert: Lauter Fragen

Aber wo finden wir den wahren Kern einer demnächst zu erwartenden Meldung wie „Syrischer Dattelspucker beißt in US-Flugzeugträger und reißt dabei tiefe Lücke im eigenen Luftraum.

Bonner Haushaltsdebatte: Die Rolle des Musterknaben

Wenn zu den Tugenden der Opposition die Fähigkeit gehört, abzuwarten und der Verführung zu widerstehen, sich ins Getümmel zu werfen, so hat die Union in diesem Sommer die Probe glänzend bestanden.

Lew Kopelew: Neue Verhaftungswelle

Am 12. August wurde Arsenij Roginskij (35), ein international bekannter russischer Historiker, in Leningrad verhaftet. Seit 1973 hatte ihn der Geheimdienst beschattet, bedrängt und bedroht.

Spanien: Regierung in der Krise?

Der 50jährige Anwalt führte in seinem Rücktrittsgesuch private und politische Gründe an. Er müsse, so schrieb er an Ministerpräsident Calvo-Sotelo, seine „eigene Identität“ wiederfinden und einen „gewissen moralischen Abstand“ zu den derzeitigen Ereignissen gewinnen.

Nahost: Auf der Suche nach dem Kompromiß

Sadat und Begin haben es in Alexandria beschlossen: Am 23. September kommt eine israelische September nach Kairo, um über eine Autonomie für die 1,2 Millionen Palästinenser in den von Israel besetzten Gebieten zu verhandeln – 16 Monate, nachdem Sadat aus Verärgerung über die Annexion Ost-Jerusalems die Autonomiegespräche abgebrochen hatte.

Die Koalition – ein windschiefer Heustadel

Wenn Oppositionsführer Kohl an den Zustand der sozialliberalen Koalition in Bonn denkt, dann erinnert er sich, wie seine Mitarbeiter erzählen, an seine Ferienwanderungen im Salzkammergut.

Afghanistan: Initiative ohne Erfolg

Der pakistanische Präsident gab sich großmütig. Immerhin, so meinte Zia ul-Haq nach dem Besuch Ton Vizeaußenminister Firjubin in Islamabad, zeige die sowjetische Afghanistan-Initiative mehr Flexibilität als die vorangegangenen.

Prozeß: Licht in die Zelle

Über die schleswig-holsteinische Kreisstadt Itzehoe läßt sich nicht viel sagen. Weil aber das Landgericht hier seinen Sitz hat, ist der biedere Ort bei spektakulären Prozessen Treffpunkt zahlreicher Journalisten.

Fernseh-Zeit: Die Früchte des Proporzes

Nicht die Attentate in Teheran, die Antwort Honeckers auf Schmidts Brief oder die Bonner Sparverhandlungen bewegen die Gemüter der ARD-Redakteure von Tagesschau und Tagesthemen; sie haben sich selbst zum Thema gemacht: ihren Streit mit Edmund Gruber, Chef von ARD-Aktuell (Tagesschau und Tagesthemen).

Umweltskandal: Darauf einen Kerosin!

Die Manager des Rhein-Main-Flughafens sind zur Offensive übergegangen: Nachdem Frankfurt mit über 600 000 Tonnen Luftfracht nach New York, Los Angeles und Chicago auf Platz 4 der Weltrangliste, zuerst durch heißumstrittene Ausbaupläne und dann durch den Kerosin-Skandal international ins Gerede gekommen ist, sind jetzt die PR-Kompanien mobilisiert worden.

Der Fall Rösch: Nichts als Schulden

Mit gerade 35 Jahren scheint Bundestagsneuling Klaus Rösch seine politische Zukunft bereits hinter sich zu haben. Dabei ist er ein begabter Politiker, er kann frei reden, taktieren und dabei noch unterhalten.

Geschichte: Zerpflückte Legenden

Im selbsternannten „Preußen-Jahr“, in dem eine das alte Preußen unkritisch bewundernde Literatur Bestseller-Auflagen erreicht, ist ein Buch erschienen, dessen Verfasser konstatiert: „Wir schleppen uns immer noch herum mit den Geistesprodukten einer preußisch-deutschen Geschichtsschreibung, die die progressiv-bürgerliche Entwicklung in den Staaten des Rheinbundes aus gewichtigen Gründen einfach nicht zur Kenntnis genommen hat.

Drittes Reich: Nichts dazugelernt

Memoiren, Tagebücher und Erlebnisberichte ehemaliger NS-Größen und in letzter Zeit zunehmend auch unbedeutender Funktionsträger des nationalsozialistischen Regimes überschwemmen den Büchermarkt.

Gefahr erkannt, aber nicht gebannt

Die Wirtschaftspolitik ist sicherlich nicht das einzige Feld, auf dem eine Regierung sich bewähren muß. Sie gehört aber ohne Zweifel zu den Bereichen, in denen diejenigen, die die Richtlinien der Politik zu bestimmen haben, einleuchtende Konzeptionen entwickeln und Entscheidungsfähigkeit beweisen müssen, wenn sie in den Augen der Bevölkerung ihre Legitimation bewahren wollen.

VW-Konzern: Strategen

Wenn große Unternehmen Entscheidungen bekanntgeben, dann ist da immer viel von Strategie und langfristiger Planung die Rede.

Gewerkschaftspolitik: Klunckers Ultimatum

Heinz Kluncker, der Chef der Gewerkschaft ÖTV, und Eugen Loderer, Vorsitzender der IG Metall, haben die, „Sparpläne“ der Regierungskoalition scharf kritisiert Kluncker zu der geplanten Verschiebung der Lohnerhöhung im öffentlichen Dienst: Es wird sie nicht geben.

Concorde: Museumsreif?

Valéry Giscard d’Estaing scheute sich, die französische Flagge zu streichen; denn das Überschallflugzeug Concorde war für ihn ein Stück der Gloire, des Stolzes Frankreichs.

Sparzinsen: Schlußlichter

Die Zinsen für Spareinlagen geraten ins Gerede. Ob auch in Bewegung, werden schon die nächsten Tage zeigen. Es wäre schon lange an der Zeit gewesen, sie dem in den letzten Monaten gestiegenen Zinsniveau anzupassen.

Bonner Kulisse

Der SPD-Landesvorsitzende in Schleswig-Holstein Günther Jansen, Bundestagsabgeordneter in Bonn, hat die schon abebbende Diskussion um die Erhöhung der Diäten für die Bonner Parlamentarier erneut belebt.

Teure Liebe zur Schiffahrt

Auf der diesjährigen Hauptversammlung der Hapag-Lloyd AG, Hamburg-Bremen, mußte sich deren Vorstand heftige Kritik an seiner Unternehmenspolitik gefallen lassen.

Kritische Prüfung

Die Ernüchterung, die am vergangenen Monatsende auf den deutschen Aktienmärkten eintrat, war offensichtlich mehr als die übliche technische Reaktion.

Sparen – auch eine Chance

Das wirtschaftspolitische Hin und Her auf der Bonner parteipolitischen Sommerbühne wirkt wie ein Schattenboxen. Längst schön hat ein Großteil der Bevölkerung – quer durch die verschiedensten Interessengruppen und Schichten – massive Änderungen in der staatlichen Wirtschafts- und Finanzpolitik als notwendig begriffen.

Finanzkrise in den USA: Hat sich Reagan verrechnet?

Ronald Reagans Wirtschaftspolitik ist schon jetzt gescheitert. Dieser Schluß drängt sich auf angesichts der purzelnden Aktienkurse in der Wall Street und des massiven Wertverfalls der festverzinslichen Papiere auf den Anleihemärkten.

Sachverständigenrat: Sind die Weisen am Ende?

Seine Berufung in den hehren Kreis der „Fünf Weisen“ wurde vor zwei Jahren von manchen geradezu als Sensation empfunden, noch spektakulärer ist nun womöglich sein Rücktritt aus diesem Gremium.

Manager und Märkte

Der Showdown scheint unmittelbar bevorzustehen: Die Auseinandersetzung zwischen der Anlagegesellschaft Mega Petrol, die in der Bundesrepublik eingesammeltes Kapital vor allem in die Öl- und Gasförderung in den USA investiert, und Heinz Gerlach von der Anlegerpostille Kapitalmarkt intern wird wohl bald die Gerichte beschäftigen.

„Kein Programm“

Bernhardt: Weil es weder ein Stahl-, noch überhaupt ein Programm ist. Die Bundesregierung kann doch keinen Beifall erwarten, wenn sie jahrelang nach dem EG-Vertrag für Kohle und Stahl verbotene Subventionen in Milliardenhöhe zugunsten der Stahlunternehmen in EG-Ländern geduldet, über den neuen „verschärften“ Subventionskodex für die nächsten Jahre aus unzulässigen auch noch zulässige Subventionen gemacht und bei gleicher Gelegenheit ihr bisheriges Vetorecht aufgegeben hat.

Zeitraffer

Viel zu jammern haben die Bauern in diesem Jahr nicht. Vor allem die Getreideernte liegt mit 22,6 Millionen Tonnen nur knapp unter dem hervorragenden Vorjahresergebnis, urteilt Bundesernährungsminister Josef Ertl.

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