Heinz Kluncker, der Chef der Gewerkschaft ÖTV, und Eugen Loderer, Vorsitzender der IG Metall, haben die, „Sparpläne“ der Regierungskoalition scharf kritisiert Kluncker zu der geplanten Verschiebung der Lohnerhöhung im öffentlichen Dienst: Es wird sie nicht geben.

Steht nach Willy Brandt nun Helmut Schmidt auf der Abschußliste von Heinz Kluncker? Erinnern wir uns kurz. 1974 boxte der ÖTV-Vorsitzende mit der ganzen Kraft seiner Gewerkschaft eine zweistellige Lohnerhöhung im öffentlichen Dienst durch – mochte Willy Brandt, damals Bundeskanzler, auch noch so inständig mahnen, den Bogen nicht zu überspannen. Anlaß zum Rücktritt des Bundeskanzlers war dann zwar der Spion Guillaume; doch die Ursache war der Tiefschlag, den Kluncker dem Kanzler Versetzt hatte.

Und nun die neue, unverhüllte Kampfansage an Helmut Schmidt: „Es wird keine Verlängerung der bis zum 28. Februar 1982 geltenden Tarifverträge geben.“

Eingebettet ist sie in eine Kritik an den Plänen der Bundesregierung zur Haushaltssanierung – die als „Sparpolitik“ zu bezeichnen, wir uns endlich abgewöhnen sollten –, bei denen die Interessen der Arbeitnehmer nicht angemessen berücksichtigt seien. „Soziale Gerechtigkeit und soziale Zumutbarkeit“ müsse der Maßstab sein, fordert Kluncker. Recht hat er.

Aber ist es so unzumutbar, was da vom öffentlichen Dienst verlangt wird? Lohnerhöhungen erst drei Monate später? Die IG Metall hat vor eineinhalb Jahrzehnten einmal sechs Monate lang, darauf verzichtet.

Da wird wieder von „Sonderlasten“ für den öffentlichen Dienst gesprochen. Beamten-Lobbyist Alfred Krause spricht gar vom „Sonderopfer“. Opfer? Noch hat niemand in Deutschland wieder die Parole ausgegeben: Gold geb’ ich für Eisen. Da werden doch wieder nur große Worte politisch in billige Scheidemünze umgemünzt.

Lassen wir auch das ebenso dümmliche wie scheinheilige Argument von der gefährdeten Tarifautonomie beiseite. Wie kann es denn die Tarifautonomie beeinträchtigen, wenn die Bundesregierung als Verhandlungspartner Forderungen an den anderen Verhandlungspartner beschließt?