Ist es nur ein Gerücht oder stimmt es, daß in dem Leih- und Pachtvertrag über eine Parteispende der Bonner CDU an ihre Hamburger Parteifreunde – es handelt sich dabei um die zeitweilige Überlassung von Leisler Kiep zum Zwecke der Bürgermeister-Kandidatur – eine Erfolgsgarantie und Rücknahmeklausel enthalten ist? Und will die CDU in dem anglophilen Hamburg wirklich mit der Parole: „Kiep Coming – Kiep smiling – Kiep going“ in den Wahlkampf ziehen?

Und wird man bei BP nun doch den beispiellosen Mut aufbringen, die Hemmschwelle einer Benzinpreissenkung um einen Pfennig zu überschreiten – oder steht dem ein alter Aberglaube in der Ölbranche entgegen, wonach jede Preissenkung eine Sünde ist und allenfalls zulässig in Verbindung mit einem freudigen Ereignis in der Vorstandsetage, also Verlobung, Hochzeit, Geburt?

Ist es wirklich geradezu aus der Luft gegriffen, daß der NDR-Redaktionschef Edmund Gruber einen Moderator vom Bildschirm verbannt hat, weil dieser bei der Erwähnung einer Waffe, die jetzt nur noch „N“ heißt, sardonisch-satanisch gegrinst haben soll? Und hat dieses typische Merkmal des Tendenzjournalismus etwas zu tun mit dem Zweckpazifismus der Angstpartei?

Schreit das aber nicht alles nach einer Ergänzungsabgabe wie jener, die Matthöfer/Lambsdorff der Firma Flick in Höhe von 120 Millionen in Form eines Steuergeschenks gewähren? Und kriegt die Regierung das Geld tatsächlich wieder herein durch die 500 Millionen zusätzlicher Mehrwertsteuer, die sie den Buchverlagen abzwackt? Hat das alles etwas damit zu tun, daß es bei Flick um Konto- und Auftragsbücher geht und nicht um Bücher der Belletristik?

Gehen die Zahnärzte jetzt endgültig unter die Satiriker, wenn sie ihren Patienten nun damit drohen, falls auch die Zahnärzte zur Deckung von Haushaltslücken herangezogen werden, Zahnlücken zur Strafe nicht mehr zu überbrücken?

Aber wo finden wir den wahren Kern einer demnächst zu erwartenden Meldung wie „Syrischer Dattelspucker beißt in US-Flugzeugträger und reißt dabei tiefe Lücke im eigenen Luftraum. Pentagon spricht von schwerwiegender Provokation.“ – Und könnte die fast fieberhafte Suche nach einem kleinen Konflikt mit siegreichem Ausgang nicht doch noch von Erfolg gekrönt werden, oder hat Präsident Reagan die Order gegeben, ihn nicht so schnell wieder wegen einer irregewordenen Rakete aus seinen schönsten Wildwest-Träumen zu wecken?

Wäre unserem Sparhaushalt nicht schon gedient, wenn man wenigstens die unzählbaren Sparvorschläge etwas reduziert hätte, oder wäre es erfolgversprechender gewesen, wenn man sich zu einem Wortsparprogramm entschlossen hätte, das zum Verzicht auf große Worte angehalten oder die Politiker zumindest dazu gezwungen hätte, ihre Worte besser zu wählen, oder sie sich gar vom Munde abzusparen, am besten aber hin und wieder zu schweigen?

Weiß die FDP nun endlich, was sie eigentlich will? Steht sie nun wie ein Mann hinter Genscher oder hinter Helga Schuchardt? Und wie steht sie nun wirklich zum Kanzler? Und woran liegt es überhaupt, daß der Koalition das Wasser bis zum Halse steht, und was steht uns allen demnächst überhaupt alles noch so bevor?