Mit Erfolg, wie sich herausstellte. Zu K.s Freude und, trotz allem, nicht nur zu Heiners Entsetzen. Doch da er vorher schon nicht gefragt worden war, wollte er jetzt zumindest darüber reden, wie es weitergehen sollte: "Ich wollte mit ihr mögliche Wohnformen diskutieren, wollte wissen, wie das Kind aufwachsen sollte und welchen Anteil ich daran haben würde."

Keinen, so erfuhr er. Viel mehr erfuhr er nicht. Der Vater des Kindes würde für "unbekannt" erklärt werden, da es ja auch ein anderer hätte sein können. Derart zur Unperson gemacht, fragte Heiner K. irgendwann nur noch voll hilfloser Wut: "Mit welchem Recht bist du eigentlich von mir schwanger geworden?"

Damals hat er die Beziehung zu K. abgebrochen. Er will nicht erst "sinnlich miterleben, wie ihr Bauch wächst und daß das Kind zur Welt kommt". Am liebsten möchte er abhauen, ganz weit weg.

Heute sagt Heiner: "Anfangs fühlte ich mich ganz mystisch um meine Vaterschaft betrogen. Ich dachte, das Kind hab’ ich gezeugt, das ist ein Teil von mir, darüber kann sie doch nicht allein bestimmen! Je mehr ich dann meine Wut und meine Trauer und meine Enttäuschung rausließ, desto mehr merkte ich, daß ich rundum betroffen bin, in jeder Beziehung. Ich als Person fühle mich mißhandelt."

Verkorkste Beziehung

Heute sieht er auch keinen Sinn mehr darin, um irgendeine Verbindung zu dem Kind oder gar eine Ehe mit K. zu kämpfen: "Bei der verkorksten Beziehung, die wir haben, wäre dieser Wunsch ein Hohn. Ich glaube nicht, daß das dem Kind was bringen würde."

Heiner, der Träumer, hat im Moment keine Träume mehr. Er weiß nicht mal mehr, ob er noch Lehrer werden will, was er sonst machen könnte oder wo es überhaupt lang geht. Im Moment macht er eine Arbeit, die seinem Selbstbild entspricht: "Ich hab’ so einen Idiotenjob, mach’ die Verschlüsse auf die Flensburger Bierflaschen, 5000mal am Tag..."