Der Showdown scheint unmittelbar bevorzustehen: Die Auseinandersetzung zwischen der Anlagegesellschaft Mega Petrol, die in der Bundesrepublik eingesammeltes Kapital vor allem in die Öl- und Gasförderung in den USA investiert, und Heinz Gerlach von der Anlegerpostille Kapitalmarkt intern wird wohl bald die Gerichte beschäftigen. Gerlach, der schon seit Monaten gegen Mega Petrol zu Felde zieht, bezichtigt den Geschäftsführer und Komplementär der Anlagefirma, Ernst Willner, die stattlichen Renditen von bis zu 25 Prozent aus dem zufließenden Kapital neuer Anleger auszuschütten.

Gerlach, der dieses Verfahren als „modifiziertes Schneeballsystem bezeichnet, ist sicher, daß Willner die zum Teil garantierten Erträge nicht mehr ausschütten kann scheld die Neuzeichnungen die Neuzeichnungen nachlassen. Gerlach: „Ich weiß, daß das ein Betrugsmanöver ist, und ich Der

Insider behauptet, sich dabei auf die Buchhaltung der Mega Petrol stützen zu können, die ihm zugespielt worden sei, und die er jetzt den „werten Kollegen“ von der Presse anbiete.

Willner sieht das alles anders und fühlt sich als Opfer. eines Komplotts neidischer, von Existenzangst geplagter Konkurrenten: „In diesem Herbst erfahren die Kunden anderer Anlagegesellschaften von ihren Finanzämtern, daß die Verlustzuweisungen viel geringer als versprochen sind und Erträge sehen sie auch nicht. Wenn die dann von meinen Erfolgen lesen, ist der Ärger da.“

Um Gerlach zu stoppen, habe er vergangene Woche eine einstweilige Verfügung gegen ihn erwirkt. Zwei seiner Geschäftsführer wollten überdies Strafanzeige gegen Gerlach erstatten. Der weiß freilich von alledem nichts, würde sich aber über gerichtliche Schritte geradezu freuen, „weil dann das Beweismaterial auf den Tisch muß“.

Willner („Ich bin eine tödliche Gefahr für meine Konkurrenz“) ist nicht minder siegesgewiß: „Es gibt nur einen Gewinner: Ernst Willner. Es sei denn, sie beseitigen mich.“

*