Wenn große Unternehmen Entscheidungen bekanntgeben, dann ist da immer viel von Strategie und langfristiger Planung die Rede. So war es auch vor drei Jahren, als der VW-Vorstand verkündete, daß neben dem Autogeschäft ein weiteres „Standbein“ gesucht werde. Milliarden warteten damals in den VW-Kassen auf Anlage.

Nach mehreren Anläufen fanden die Wolfsburger schließlich auch ein Objekt: den Büromaschinenkonzern Triumph-Adler in Nürnberg. Und wieder keimten große Pläne; die neue Tochter sollte Kern einer stürmisch wachsenden Computerfirma werden; erste Zukäufe wurden getätigt. In den VW-Kassen aber klingelte es schon etwas leiser, denn inzwischen war das Autogeschäft durch die neue Konkurrenz aus Japan härter geworden.

Die neue Tochter aber machte dann nur noch Ärger: Hohe Verluste standen ins Haus; der Vorstandsvorsitzende ging, ohne daß bisher ein Nachfolger gefunden ist; Massenentlassungen sind angekündigt – was einmal „Standbein“ werden soll, wird bisher mitgeschleppt. Und die Kassen leeren sich weiter.

Die Strategen der späten siebziger Jahre, in Wolfsburg unverändert in Amt und Würden, müssen sich deshalb heute fragen lassen, ob nur ihr Kauf oder gar ihre ganze Strategie falsch gewesen ist. dg