Hans-Jürgen Heise: „Natur als Erlebnisraum der Dichtung – Essays“. Der Autor, der als Essayist eine Vorliebe für die Romania hat, dehnt in dieser Aufsatzsammlung seine kritische Neugier auf die deutsche und die internationale Gegenwartslyrik aus. Er bricht „Eine Lanze für den freien, Vers“ und warnt, nachdem die sogenannte Postmoderne versagt hat, vor einem Rückfall in die Schreibweisen der Vormoderne. Ein Aufsatz gilt dem „Südmotiv in der deutschen Lyrik“; sodann setzt sich. Heise wieder mit spanischen und lateinamerikanischen Autoren auseinander, etwa, mit dem ecuadorianischen Naturdichter Jorge Carrera Andrade, dessen Wort vom „Aufstand der Pflanzen gegen die Volkswirtschaftslehre“ das eigentliche Motto dieses Buches ist. Der Einleitungsessay „Das Dorf in der Stadt – die Stadt im Dorf“ zeigt an weltweiten Beispielen, wie rigoros in unserem Jahrhundert kosmopolitische und großstädtische Tendenzen über alles Regionalistische und Ländliche triumphiert haben. Sowohl in Strukturarbeiten als auch in monographischen Darstellungen werden die Wechselbeziehungen zwischen äußerer landschaftlicher und innerer psychischer Natur im Bereich von Literatur und Kunst sichtbar gemacht. (Erb Verlag, Düsseldorf, 1981; 234 S., 32,– DM.)

Zum Buch des Monats September 1981 hat die Darmstadter Jury gewählt: Ludwig Fels „Ein Unding der Liebe“, Roman; Luchterhand Verlag, Darmstadt, 338 Seiten, 32 Mark.