Frage: Wie viele Geburtstage hat der Mensch? Antwort: Einen. Und noch eine Frage, weil’s so lustig war: Wie viele Tiere von jeder Art nahm Moses mit an Bord seiner Arche? Antwort: Es war nicht Moses, sondern Noah. Dritte Frage: Aus welchem Quizbüchlein stammen diese schelmischen Fragen? Aus gar keinem, sondern aus sogenannten Intelligenztests, nach denen einige Betriebe ihre Lehrlinge aussuchen.

Wer nach der Hauptschule eine Lehrstelle haben will, muß – wenn er Pech hat – Fragen beantworten, die selbst einen Professor zur Verzweiflung brächten („Nennen Sie die drei Erscheinungsformen der Gewaltenteilung und welche Einrichtungen sie ausüben!“), weil sie nicht eine, sondern viele Antworten verlangten. Die Fragen haben wenig mit dem angestrebten Beruf zu tun, wenn die Ausbildung nicht gerade in einem Rätselheftverlag stattfindet: „Wie hieß der Gründer der deutschen Sozialversicherung?“

Die Deutsche Angestellten-Gewerkschaft, die kürzlich auf die befremdlichen Einstellungstests aufmerksam machte, fordert jetzt, daß die Betriebe nur noch wissenschaftlich fundierte und berufsbezogene Tests einsetzen, wenn sie schon den Schulzeugnissen und dem Eindruck beim Einstellungsgespräch nicht trauen.

*

Hochschullehrer und andere Wissenschaftler an den Universitäten sollten nicht nach ihrer Dienststellung sondern danach bezahlt werden, was sie tatsächlich in Forschung und Lehre leisten. Viele Hochschullehrer betrachten regelmäßige Einkommenssteigerungen als Gewohnheitsrecht, das meint ein deutsches Wissenschaftsministerium, nach dessen Vorstellungen faule oder unfähige Professoren demnächst weniger verdienen sollen.

Der Beamtenbund und der Philologenverband brauchen aber dennoch nicht zu bangen; kein Politiker der Bundesrepublik will den Professoren das marktwirtschaftliche Leistungsprinzip zumuten. Die Forderung stammt aus der Zeitschrift „Das Hochschulwesen“, die vom Hochschulministerium der DDR herausgegeben wird. Demnächst wird man in der DDR-Presse wohl lesen können, daß das Kollektiv der Hochschullehrer dieser oder jener Fakultät das Plansoll an Veröffentlichungen überboten hat.

*