Wein-Blockade

Frankreich setzt seinen Wein-Krieg gegen Italien fort. Nachdem französische Weinbauern Anfang August italienische Frachter gestürmt hatten, um den „feindlichen“ Wein durch Dieselöl zu verseuchen, versuchen die Franzosen jetzt auf dem Verwaltungswege, die Weinfässer aus dem Nachbarland aufzuhalten. Sie beschwerten sich in Brüssel darüber, daß die Zoll-Papiere nicht vollständig ausgefüllt seien. Also dürfe der italienische Wein nicht eingelassen werden. Die Regierung in Rom hält das neue Manöver für Schikane. Selbst wenn hier und da eine Eintragung fehle, brauche man nicht Papiere und Wein nach Italien zurückzuschicken. Frankreich breche mit der Wein-Blockade die Handelsgesetze der Europäischen Gemeinschaft. Weinexperten aus zehn Ländern wollen sich jetzt bei einem Treffen in Brüssel des Konflikts annehmen.

Archäologischer Glaubenskrieg

Israelische Forscher haben bei Ausgrabungen an der Jerusalemer Klagemauer einen unterirdischen Eingang zum Tempelberg entdeckt, der offenbar aus biblischer Zeit stammt. Auf der Anhöhe über der Fundstelle erheben sich heute die Omar- und die Al Aksa-Moschee, Heiligtümer des Islam. Als der jetzt entdeckte Eingang gebaut wurde, stand hier der jüdische Tempel. Israel hat die islamische Verwaltung des Tempelbergs respektiert. Nicht so der israelische Oberrabiner Schlomo Goren: Der streitbare Würdenträger hat den Hütern der Klagemauer die Erlaubnis zu weiteren Grabungen unter dem Tempelberg gegeben, obwohl die Mullahs auf dem geheiligten Berg vor einem möglichen Einsturz der Moscheen warnen: Israelis sehen in dem Protest der Moslems eine Reaktion auf die Kampagne der Rabbiner um Goren, die seit Wochen Ausgrabungsarbeiten vor der Jerusalemer Stadtmauer bekämpfen, wo israelische Archäologen nach Spuren aus der Zeit König Davids suchen. Goren hält es für sicher, daß die Archäologen alte jüdische Grabstätten schänden.

Frechheit siegt

Die harte Schule des amerikanischen Geheimdienstes hat sich für den ehemaligen CIA-Mann Edwin P. Wilson gelohnt. 1976 verkaufte der gewiefte Agent sein über Jahre erworbenes Knowhow an Libyens Staatschef Ghaddafi. Wilson besorgte zehn Green Berets, Männer einer Spezialeinheit der US-Army, um libysche Terroristen auszubilden. Zweiter Schritt: Fast gleichzeitig wurden zwanzig Tonnen hochexplosiven Plastik-Sprengstoffs illegal über das Mittelmeer geschippert. Auch dieser lukrative deal ging auf Wilsons Konto. Vor einem Jahr wurde Wilson des illegalen Sprengstoffexports angeklagt; von der Terroristenausbildung stand nicht? in der Anklageschrift des amerikanischen Bundesgerichtshofes: Es gibt kein Gesetz, das die Ausbildung von Terroristen außerhalb Amerikas durch Amerikaner verbietet.