Es gibt noch westliche Invasoren, die in Moskau durchaus willkommen sind, selbst wenn sie schwer bewaffnet aus den Flugzeugen steigen: Im Herbst, so berichtet die Londoner Times, würden die Sowjets sogar rote Teppiche auf den Landebahnen ausrollen.

Sowjetische Tourismusexperten wollen nämlich erstmals versuchen, mit devisenbringenden Großwildjagden der Ukraine, im Kaukasus und in der sibirischen Taiga safaribegeisterte Jäger aus den Jagdrevieren Afrikas abzuwerben. Wie die staatliche Nachrichtenagentur Novosti berichtet, können schießfrohe Pirschjäger und angelbegeisterte Touristen alsbald in Großbritannien für rund 900 englische Pfund inklusive Vollpension einen acht- bis vierzehntägigen Safaritrip durch die Wälder und Wüsten der UdSSR buchen. Dabei, so versichert Novosti, werden die Jägersleut nicht nur auf den Spuren des russischen Bären pirschen dürfen; auch die Troschen wilder Keiler, sibirischer Füchse und Elche und, für besondere Liebhaber, von Wildziegen, könnten bald westliche Wohnzimmerwände schmücken. Für diesen Ost-West-Handel ist allerdings ein zusätzliches Kopfgeld zu entrichten.

Hotels stehen laut Novosti in der Nähe der Großwildgebiete allenthalben zur Verfügung, Jagdhütten innerhalb der Reviere sind derzeit in Arbeit.

Die Nachrichtenagentur weist auch darauf hin, daß für die Ziegenjagd 9-mm-Gewehre und für die Hatz auf andere Tiere für bis 16-mm-Gewehre vorgeschrieben sind. Times zitiert dazu einen Waffenhändler, dessen Aussage zufolge 9-mm-Gewehre normalerweise für die Elefantenjagd benutzt werden; 16-mm-Gewehre reichten sogar aus, um Riesenlöcher in Stahlpanzer zu reißen,

Von den Flughäfen der Bundesrepublik können die Großwildjäger in diesem Jahr allerdings noch nicht in die ukrainischen Wälder starten.

Bettina Musall