Von Erich Fried

Peter Hamm hat achtundvierzig Gedichte veröffentlicht, die er 1979 und 1980 geschrieben hat, also in seinem zweiundvierzigsten und dreiundvierzigsten Lebensjahr. Das Gedicht „Der Balken“, Heinrich Böll gewidmet, gibt dem Band seinen Namen; es meint einen Balken und den Balken, Stecken und Stab, das Holz, das Kreuz, den Baum des Lebens. Beeinflussung durch christliche Symbole, christliche Hoffnung, christliche Verzweiflung, auch durch eine offenbar repressive Kindheitserziehung in katholischen Internaten und die von ihr geförderten Sündhaftigkeitsgefühle, sind ebenso unverkennbar wie die Rebellion des Dichters gegen diese Erziehung und die von ihr verbliebene Schädigung –

Peter Hamm: „Der Balken“, Gedichte; Hanser Verlag, München, 1981; 72 S., 18,– DM.

Viele dieser Gedichte sind Menschen gewidmet, die Hamm kennt oder deren Arbeit ihm etwas bedeutet, fast als wolle er mit solchen Widmungen gegen die Einsamkeit ankämpfen. Ein legitimes Mittel, besonders, wenn die Gedichte, wie diese, gut genug sind, ihre Widmungen zu tragen; aber die Einsamkeit in diesen Gedichten ist zu tief um so leicht überwunden zu werden. Ein Geburtstagsgedicht widmet er sich selbst:

Geburtstagsgruß (Für mich selbst)

Fisch unter Fischen. Lauschend

den komischen Klagen anderer