Und das könnte etwa so funktionieren: Auf einem großen kommunalen oder gar nationalen Kontakthof versammeln sich die Schönsten und Besten der Spezies, um die Vorzüge ihrer Männlichkeit zu demonstrieren – ganz zwanglos, wer immer will, mag sein Glück im Fortpflanzungsrennen probieren. Die Sache ließe sich per Fernsehen übertragen, so daß die Frauen bequem im Wohnzimmersessel zu Hause ihre Wahl treffen könnten. Sobald sie ein Kind wünschen, drücken sie den dafür vorgesehenen Knopf, teilen dem Computer ihre Ansprüche hinsichtlich der Vaterqualitäten mit, und schon erscheint eine Auswahl geeigneter Kandidaten auf dem Monitor. Ist die Entscheidung für einen bestimmten Mann gefallen, kümmert sich die Abteilung für künstliche Insemination um alles weitere.

Man könnte die Methoden noch verfeinern, indem man etwa nach Art des Fußballs Tabellen einrichtet, eine Liga der Männer erster Klasse. Für jeden Einsatz erhält der Mann zwei Punkte, und wer den Ansprüchen nicht genügt, wird automatisch aussortiert, steigt ab, sozusagen.

Patricia Monaghan legt Wert auf die Feststellung, daß dieses System selbstverständlich nur dem Zwecke der Fortpflanzung dienen soll. Sie hat ein Herz auch für den schäbigen Rest der Männer: Die dürfen weiterhin mit den Frauen verkehren, sofern Folgenlosigkeit garantiert ist. Als Reserve-Gockel und Surrogat-Väter sind sie noch willkommen.

Männer, Leidensgenossen – der Unterzeichnete gesteht, daß er spätestens an dieser Stelle schreien möchte. Doch: Ich traue mich nicht – angesichts der Gefahr, wegselektiert zu werden. Das Weib, das mir über die Schulter blickt, hat drohende Haltung eingenommen:

Noch ein Wort – und ich bin ein Ersatzmann. Aloys Behler